Düsseldorf: Tappert-Witwe zu SS-Enthüllungen

Düsseldorf : Tappert-Witwe zu SS-Enthüllungen

Ursula Tappert sagt, ihr Mann habe nie über seine Vergangenheit gesprochen.

Die inzwischen 92-jährige Witwe von Horst Tappert hat nach eigenen Angaben nichts davon gewusst, dass ihr 2008 gestorbener Ehemann Mitglied der Waffen-SS war. "Wir haben darüber nie wirklich gesprochen", sagte Ursula Tappert der Zeitschrift "Bunte". "Er hat mir nur erzählt, dass er als 19-Jähriger zwischen Bomben und Hungersnot zwangsweise eingezogen wurde. Er war doch noch ein halbes Kind."

Die Fragen der Medien empfinde sie als quälend. "Das ist ekelhaft. Ich bin froh, dass mein Mann tot ist. (...) Wieso zieht man sein Andenken mit dieser Kampagne dermaßen in den Schmutz?" Sie wünsche sich, dass man sie und ihren Mann in Ruhe lässt. Der Solinger Soziologe Jörg Becker hatte in einem Buch über die Demoskopin Elisabeth Noelle-Neumann enthüllt, dass der "Derrick"-Darsteller während des Zweiten Weltkriegs bei der Waffen-SS gedient hatte und ab 1943 sogar bei einer Eliteeinheit war, dem Panzergrenadierregiment "Totenkopf". Becker war durch eine Anfrage bei der Wehrmachtsauskunftstelle (WASt) auf Tapperts Akte und seine SS-Zugehörigkeit gestoßen.

Daraufhin hatten mehrere Fernsehsender im Ausland Wiederholungen der Erfolgskrimiserie aus dem Programm genommen.

Tapperts Witwe will mit der Vergangenheit abschließen: "Ich will vom Krieg nichts mehr wissen", sagte Ursula Tappert, die 50 Jahre lang mit Horst Tappert verheiratet war, und fügte hinzu: "Ich vermisse meinen Mann sehr."

(leb)
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