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Watersheds "Indigo Girl": Südafrikanischer Sommerhit stürmt deutsche Charts

Watersheds "Indigo Girl" : Südafrikanischer Sommerhit stürmt deutsche Charts

Hamburg (rpo). Nachdem im letzten Jahr das erste Mal seit langer Zeit kein wirklicher Sommerhit in den Hitparaden aufgetaucht ist, macht sich in diesem Jahr wieder ein Song auf, die Charts zu stürmen. Und zwar einer aus Südafrika.

Wenn der Song "Indigo Girl" der südafrikanischen Band Watershed im Radio gespielt wird, machen danach meist die Hotlines der Sender ihrem Namen alle Ehre. Sie laufen nämlich heiß, weil etliche Hörer wissen wollen, wer den Song mit dem sanften Piano und dem eingängigen Refrain singt. Dass viele Hörer danach in die Läden gehen und die Single kaufen, belegt die Chartplatzierung des Liedes. Auf Anhieb stieg das "Indigo Girl" auf Platz 33 der deutschen Hitparaden.

Für den Watershed-Gründer Craig W. Hinds ist es wie ein kleines Wunder, dass sein Lied plötzlich so hoch in der Gunst der deutschen Hörer steht. "Der Song wäre hier zu Lande vielleicht nie veröffentlicht worden, wenn nicht ein deutscher Radiomoderator Urlaub in Südafrika gemacht hätte", berichtet der 29-Jährige der dpa. Zurück aus dem Urlaub machte der Mann vom Südwestrundfunk nämlich den On-Air-Test, und prompt stieg "Indigo Girl" in den SWR3-Charts auf einen respektablen zweiten Rang.

"Für unsere Verhältnisse sensationell"

Daraufhin reagierte auch die deutsche Plattenfirma, die nun nach dem Starthit am kommenden Montag auch noch das erste Watershed-Album "In The Meantime" auf den deutschen Markt bringen will. Das steht in Südafrika schon kurz vor einer Platinauszeichnung und hat bisher rund 45.000 Exemplare verkauft. "Das ist für unsere Verhältnisse sensationell", sagt Hinds. "Weil bei uns höchstens zwei Millionen Menschen den Markt für solche Popmusik bilden."

Der frühere Lehrer, der erst vor sieben Jahren Gitarre und Klavier spielen lernte, hat den Song gerade mal in einer halben Stunde geschrieben - und das Kapital, das in der Komposition steckte, erkannte der Schöpfer nicht. Er musste quasi zum Erfolg gezwungen werden, denn zunächst koppelte er drei andere Songs aus seinem Album aus. Erst als ein südafrikanischer Radiosender sich nicht um die offiziellen Auskoppelungen scherte und das "Indigo Girl" rauf und runter dudeln ließ, mussten Hinds und seine Plattenfirma nachziehen.

Hinds, der mit seiner Band zu einigen Konzerten im Spätsommer wiederkommen will, sieht seinen Song auch als Gegengewicht zu aktuellen Musikströmungen. "Ich glaube, dass die Menschen wieder etwas Reelles wollen, etwas, bei dem man noch richtige Instrumente erkennen kann", sagt der Südafrikaner und beugt gleich eventueller Kritik vor: "Das mag zwar altmodisch klingen, aber es ist nun mal an der Zeit."

(RPO Archiv)