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Tief "Axel": Sturm im Norden, Schnee im Süden

Tief "Axel" : Sturm im Norden, Schnee im Süden

Während sich die Menschen an der Ostseeküste gestern auf eine schwere Sturmflut vorbereiteten, müssen die Menschen in Bayern mit Schnee und Kälte klarkommen. Auch in NRW wird es frostig - dafür bleibt es meist sonnig.

Mit dem Wind nistet sich vorerst auch extreme Kälte in Teilen Deutschlands ein. Tief "Axel" brachte laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zunächst orkanartige Böen um 110 km/h, vor allem in Norddeutschland. Auch auf den Berggipfeln und im Südwesten rechneten die Meteorologen mit heftigen Winden. Eine große Sorge: Auf die deutsche Ostseeküste könnte die schwerste Sturmflut seit mehr als zehn Jahren zukommen.

Erwartet wurde nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt eine Sturmflut mit Werten über 1,50 Meter über dem normalen Pegelstand. Die Ostsee führt zurzeit besonders viel Wasser, weil der Westwind in den vergangenen Tagen viel Nordseewasser in das Nachbarmeer gedrückt hat. Auf der vor Wismar gelegenen Ostsee-Insel Poel lagen 30.000 Sandsäcke bereit. Sie würden befüllt, wenn sich Gefahren abzeichnen sollten, sagte Bürgermeisterin Gabriele Richter. Der höchste Wasserstand wurde kurz nach Mitternacht erwartet.

Zeitgleich fiel in der Nacht verbreitet das Thermometer. Richtig kalt soll es in Bayern und in den östlichen Gebirgen werden. In der Nacht zu morgen könnten die Temperaturen im Bergland Thüringens, Sachsens und Sachsen-Anhalts auf etwa minus 20 Grad fallen. In Bayern prognostizierten die Meteorologen in der Nacht zum Samstag bis zu minus 20 Grad. Im Gebirge wird durch die arktische Luft vom Nordmeer Schnee erwartet. In den Nordwestlagen der Mittelgebirge könnte es bis zu 30 Zentimeter Neuschnee geben, sonst zwischen zehn und 20 Zentimeter. Die Wetterexperten rechnen dadurch auch mit Behinderungen im Straßenverkehr, selbst wenn die Schneefallgrenze bei rund 400 Metern liegt. Der starke Wind in den Höhenlagen dürfte nämlich auch weiterhin für Schneeverwehungen sorgen und den Verkehr beeinträchtigen. In Bayern verursachten Schnee und Wind bereits Dutzende Autounfälle. Im oberbayerischen Eberfing starb eine 68-Jährige nach einem Verkehrsunfall auf winterglatter Straße. In Baden-Württemberg verunglückte ein 31-Jähriger auf rutschiger Fahrbahn tödlich. Die Streufahrzeuge waren mancherorts im Dauereinsatz.

Auch in NRW wird es zum Wochenende frostig. Bereits heute sinken die Temperaturen im östlichen NRW laut DWD auf minus zwei Grad. Morgen soll es dann landesweit mäßigen Dauerfrost zwischen minus eins und minus fünf Grad geben, in den Hochlagen sogar bis minus neun Grad. Dafür sollen die Tage verbreitet sonnig sein.

Auch wenn in den nächsten Tagen voraussichtlich kein Schnee fällt, können sich die Skiliftbetreiber im Sauerland freuen: Bei frostigen Temperaturen können die Schneekanonen auch in niedrigeren Lagen Kunstschnee produzieren. In den Höhenlagen gebe es mittlerweile eine 20 bis 40 Zentimeter dicke Schneedecke, sagte die Sprecherin der Wintersport-Arena, Susanne Schulten. Tagsüber habe es immer wieder geschneit. Mit Schneekanonen und Kunstschnee haben die Liftbetreiber bislang die Saison im Sauerland gerettet. Trotz des fehlenden Naturschnees seien seit Neujahr um die 40 Skilifte in Betrieb, sagte Schulten.

Heftige Schneefälle und starker Wind haben gestern auch in großen Teilen Tschechiens und der Slowakei Verkehrsprobleme verursacht. Im Nordosten Böhmens entgleiste eine Regionalbahn, die auf einen umgestürzten Baum aufgefahren war. Im Norden der Slowakei verschütteten zwei Schneelawinen die Straßen- und Bahnverbindungen zwischen den Ortschaften Parnica und Kralovany. In der tschechischen Region Karlsbad mussten Armee und Feuerwehr helfen, einen festsitzenden Reisebus wieder auf die Fahrbahn zu ziehen.

(RP)