Springreiten mit einer Kuh

Springreiten mit einer Kuh

laufen (leb) Regina Mayer hat einen Mädchentraum: ein eigenes Pferd. Als ihre Eltern sagen, dass sie dafür kein Geld haben, wird sie erfinderisch. Sie sieht sich auf dem Bauernhof ihrer Eltern im oberbayerischen Laufen um und entdeckt ein Kälbchen. Luna, die kleine Kuh, ist aufgeweckt und fällt ihr sofort auf. Anstelle eines Pferdes beginnt sie das Kälbchen zu trainieren. Luna kann zwar nicht wiehern, aber auf ihrem Rücken reitet Regina noch lieber als auf einem Pferd.

"Ich wollte immer ein Pferd haben, aber ich war noch zu klein und hab mich nicht ausgekannt damit. Dann habe ich mir gedacht, ich nehme mir eine Kuh, weil wir haben ja ganz viele daheim gehabt", sagt die 15-Jährige in einem Video des ORF. Mit ihrer Schwester nimmt sie Reitstunden, seitdem sie vier Jahre alt ist. Die Mädchen wachsen auf dem Bauernhof ihrer Eltern, Franz und Hildegard Mayer, mit vielen Rindern und grünen Wiesen auf.

Das Kälbchen Luna sei von Anfang an nicht scheu gewesen. "Sie ist gleich auf mich zugekommen", sagt Regina. Sie sei wild gewesen und habe immer nur laufen wollen, später sei sie ruhiger geworden und habe sich gut trainieren lassen. "Kühe sind zwar auch Fluchttiere, von der Konstitution aber nicht so geschaffen für Sprünge wie etwa Pferde. Wenn Kuh und Mensch sich vertrauen, können solche ,Kunststücke' sich aber durchaus entwickeln", sagt Marius Tünte, Pressereferent beim Deutschen Tierschutzbund.

Inzwischen trägt Luna regelmäßig Halfter und Sattel, springt mit Regina auf dem Rücken über niedrige Hindernisse. "Es ist viel lustiger mit einer Kuh – da weiß man gar nicht, was kommt, und dann bin ich wieder unten." Das sieht fast so elegant aus wie bei einem Springpferd. Nur der Euter, der bullige Kopf und das braun-weiß gescheckte Fell erinnern daran, dass es sich um eine Kuh handelt. "Sie ist meine beste Freundin", sagt die Pferdenärrin.

Täglich reiten sie aus, Regina kämmt das Kuhfell, zusammen üben sie Sprünge. Auch wenn nicht immer alle Stangen liegen bleiben, versorgt sie Luna mit Leckerlis – zum Bedauern der anderen Kühe im Familienstall. Die gucken etwas missmutig, wenn Luna vorbeitrabt.

(RP)
Mehr von RP ONLINE