Paris: Smog: Paris verhängt erstmals seit 1997 Fahrverbot

Paris: Smog: Paris verhängt erstmals seit 1997 Fahrverbot

Wie eine Glocke hing die Staubwolke über der französischen Hauptstadt und ihren Wahrzeichen. Eiffelturm, Notre Dame, Sacré Coeur – sie alle waren von einem gelblich-grauen Schleier umgeben. Seit Tagen schon herrschte in Paris sowie in weiten Teilen des Landes sprichwörtlich dicke Luft.

Wie eine Glocke hing die Staubwolke über der französischen Hauptstadt und ihren Wahrzeichen. Eiffelturm, Notre Dame, Sacré Coeur — sie alle waren von einem gelblich-grauen Schleier umgeben. Seit Tagen schon herrschte in Paris sowie in weiten Teilen des Landes sprichwörtlich dicke Luft.

Die Feinstaub-Belastung hatte mehrfach die zulässigen Höchstwerte überschritten. Während zahlreiche Menschen husteten und über Atembeschwerden klagten, entschloss sich die Regierung zu drastischen Maßnahmen. Gestern galt im Pariser Großraum ein Fahrverbot — das erste seit fast zwei Jahrzehnten.

Rund die Hälfte aller Autos, Lastwagen und Motorräder wurde von den Straßen verbannt: Betroffen waren alle Fahrzeuge, deren Kennzeichen mit einer geraden Zahl enden. Ausnahmen bestanden lediglich für öffentliche Busse, Taxis und Rettungsfahrzeuge sowie Elektroautos. Verstöße wurden mit einem Bußgeld von 22 Euro geahndet.

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Mit den Maßnahmen sollte der giftige Smog reduziert werden, der neben dem Pariser Großraum 30 weitere Departements umnebelt. Die Europäische Umweltbehörde sprach von der schlimmsten Luftverschmutzung seit 2007. Vergangene Woche sei das Verschmutzungsniveau durch die Feinstaub-Partikel zeitweise sogar höher gewesen als in Peking, das für seine schlechte Luft berühmt ist. Schon warnten Politiker vor "chinesischen Verhältnissen" in Frankreich.

Grund für den Extrem-Smog war das hohe Verkehrsaufkommen, die Zahl der dieselbetriebenen Autos in Frankreich sowie die Wetterlage: Ein Hochdruckgebiet bremste den Austausch der Luftschichten. Die meisten Autofahrer hielten sich an die Auflagen. Dem Umweltministerium zufolge ging der Verkehr um 25 bis 30 Prozent zurück. Am frühen Abend wurde von einer "deutlichen Besserung" der Luftqualität gesprochen. Deshalb werde das Fahrverbot nicht verlängert.

(sys)
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