Silvester 2019: So liefen die Feiern in Berlin, London, Sydney und Hongkong

Mega-Partys in Berlin, London und Sydney : So begrüßte die Welt das Jahr 2020

Gigantische Partys von Sydney bis Berlin, von Paris bis Pjöngjang: Weltweit haben Millionen Menschen in das Jahr 2020 hineingefeiert. Eine der größten Partys fand in der deutschen Hauptstadt statt.

Klimawandel und Umweltvernichtung, kriegerische Konflikte und Massenproteste, Flüchtlingsnot und soziale Ungleichheit: All diese Themen wurden bei den Silvesterpartys zwar nicht unbedingt komplett verdrängt, sollten aber die Feierstimmung nicht trüben. "Die 20er Jahre können gute Jahre werden", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrer Neujahrsansprache. Sie sagte unter anderem zu, all ihre Kraft für den Kampf gegen die Erderwärmung einzusetzen.

Bei der größten deutschen Silvesterparty auf der knapp zwei Kilometer langen Berliner Festmeile ging es laut Polizei überwiegend friedlich zu. Zu den Höhepunkten der Show auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor gehörten die Auftritte der Bands The Rasmus, Gipsy Kings und Mando Diao.

An der Berliner Festmeile waren noch vor Mitternacht alle Zugänge geschlossen worden, weil die Zone nach Angaben der Polizei "voll" war. Auf dem Festgelände waren keine Feuerwerkskörper und Böller erlaubt, ebenso am nördlichen Alexanderplatz. Diese Verbote seien weitgehend beachtet worden, sagte ein Polizeisprecher.

Vereinzelt kam es in der Hauptstadt den Polizei-Angaben zufolge zu Fällen sexueller Belästigung. Bis zum frühen Morgen registrierte die Polizei vier solcher Fälle, drei davon auf der Partymeile. Die Belästigungen seien jedoch von Einzeltätern und nicht von Gruppen wie in der Silvesternacht 2015/16 in Köln ausgegangen. Die Täter wurden nach Angaben des Polizeisprechers festgenommen.

Im Unfallkrankenhaus Berlin wurden einer Sprecherin zufolge 25 Menschen mit Verletzungen durch Feuerwerkskörper behandelt. Die Zahl liege im Mittelfeld dessen, was erwartet worden sei. Erfahrungsgemäß werden noch etliche Verletzte am Neujahrstag erwartet. Unter anderem würden Menschen dann versuchen, nicht gezündete und auf den Straßen liegengebliebene Böller abzufeuern.

Für die Feuerwehr in der Hauptstadt war es die "arbeitsreichste Nacht des Jahres". Nach eigenen Angaben absolvierte sie zwischen 19 Uhr abends und 6 Uhr morgens 1523 Einsätze, darunter 617 Brand- und 806 Rettungseinsätze. Die Feuerwehr zählte außerdem 24 Übergriffe auf ihre Rettungskräfte. Insgesamt rückte die Feuerwehr 75 Mal häufiger aus als in der Silvesternacht des Vorjahres.

Eine der ersten Millionenmetropolen, in denen das neue Jahrzehnt begann, war Sydney. Dort gab es wie üblich ein gigantisches Feuerwerk am Hafen - ungeachtet der verheerenden Buschbrände, die Australien seit Wochen heimsuchen.

Zu gewalttätigen Konfrontationen kam es erneut in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong, die seit einem halben Jahr von Protesten gegen die dortige Peking-treue Regierung erschüttert wird. Die Polizei ging in der Silvesternacht mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten vor.

In der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang versammelten sich zahlreiche Menschen zu einem Konzert, Tanzdarbietungen und einem Feuerwerk. Machthaber Kim Jong Un verkündete unterdessen, dass sich sein Land nicht mehr an das 2018 verkündete Moratorium für Atomversuche und Tests von Interkontinentalraketen halten werde.

In Europa fanden einige der größten Silvesterpartys in Paris und London statt. Die seit Wochen andauernden Streiks im Verkehrssystem gegen die Rentenreformpläne von Staatschef Emmanuel Macron hinderten zehntausende Menschen nicht daran, auf der Prachtstraße Champs-Elysées zusammenzuströmen. Macron kündigte unterdessen in seiner Neujahrsansprache an, an seinen Reformplänen festzuhalten.

In London verfolgten tausende Partygänger an der Themse das Feuerwerk. Um Mitternacht erklangen zwölf Mal die Glocken von Big Ben, des berühmten Uhrturms am Parlamentssitz. Dies war ein besonderer Klang - denn wegen Restaurierungsarbeiten war Big Ben über den größten Teil des abgelaufenen Jahres stumm geblieben. Big Ben läutete für Großbritannien ein Jahr ein, in dem es aller Voraussicht nach die EU verlassen wird.

(rls/AFP)