Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF: Schmutziges Wasser: Alle 15 Sekunden stirbt ein Kind

Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF: Schmutziges Wasser: Alle 15 Sekunden stirbt ein Kind

Genf/Köln (rpo). 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jedes Jahr durch schmutziges Wasser, das sind jeden Tag über 4.000. Diese traurige Zahl findet sich in einem am Donnerstag in Genf vorgestellten Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF. Obwohl die Trinkwasserversorgung in vielen Ländern verbessert werden konnte, bekommen viele Kleinkinder durch verschmutztes Wasser Durchfall.

Dadurch verschlimmerten sich Mangelernährung und Infektionskrankheiten. Schätzungsweise die Hälfte der jährlich rund 120 Millionen Neugeborenen in den Entwicklungsländern kommen in Haushalten auf die Welt, in denen es nicht einmal einfache sanitäre Anlagen gibt.

"Kinder zahlen einen hohen Preis für schmutziges Wasser", sagte Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. "Alle 15 Sekunden stirbt ein Kind, weil sauberes Wasser und einfachste sanitäre Anlagen fehlen."

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Zugleich stellte UNICEF deutliche Fortschritte für viele Menschen fest. Seit 1990 hätten 1,2 Milliarden Menschen weltweit verbesserten Zugang zu sauberem Wasser und einfachen sanitären Anlagen erhalten. Doch vor allem in ländlichen Gebieten des südlichen Afrika und Südasiens seien die Fortschritte gering, heißt es in dem Bericht. Allein im ländlichen Indien leben demnach 600 Millionen Menschen ohne jede Versorgung mit sanitären Anlagen.

Am schlimmsten ist der Wasser- und Hygienenotstand laut UNICEF in Afrika südlich der Sahara: Dort müssten 45 Prozent der Bevölkerung ohne sauberes Trinkwasser auskommen. Gleichzeitig sei hier die Kindersterblichkeit weltweit am höchsten. 20 Prozent der Kinder in der Region stürben, bevor sie fünf Jahre alt werden - viele von ihnen an Krankheiten, die sich durch bessere Hygiene und sauberes Wasser vermeiden ließen. In West- und Zentralafrika stieg die Zahl der Menschen, denen nicht genügend sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht, seit 1990 sogar weiter an. Der Grund: Die Fortschritte bei der Wasserversorgung seien so gering, dass sie nicht mit dem schnellen Bevölkerungswachstum Schritt halten können.

(afp)
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