Kerzengrade auf dem Meeresgrund in 140 Metern Tiefe Riesige Gasblase könnte Nordsee-Kutter versenkt haben

London (dpa). Ein britischer Fischkutter soll in der Nordsee von riesigen Gasblasen versenkt worden sein. Das Wrack des vor über 70 Jahren gesunkenen Schiffes war in der vergangenen Woche 160 Kilometer vor der Küste der schottischen Stadt Aberdeen von einem Roboter-U- Boot fotografiert worden. Die Stelle ist als „Hexenloch“ berüchtigt.

Wie das britische Magazin „New Scientist“ (Nr. 2267, S. 20) in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, weist das Schiff keinerlei Schäden auf und steht kerzengrade auf dem Meeresgrund in 140 Metern Tiefe. Die Fischernetze sind noch immer an dem Schiff befestigt.

Wissenschaftler der Universität Sunderland vermuten, dass die Fischer auf hoher See einen Tod wie im Horrorfilm fanden: Ohne dass ihr Schiff leck schlug oder kenterte, wurde es plötzlich vom Meer verschluckt und sank wie ein Stein auf den Grund. Als Ursache nennen die Forscher vom Meeresboden aufsteigendes Methangas, das sich im `Hexenloch" nachweisen lässt. Es staut sich im Meeresboden an und entweicht von Zeit zu Zeit.

`Wenn die Gasblasen dann vom Meeresboden nach oben steigen, verringern sie die Dichte des Wassers und dadurch seine Tragkraft", sagte der Meeresgeologe Alan Judd. `Jedes Schiff, das eine solche Stelle erreicht, muss nach unten sinken wie in einen Aufzugsschacht." Hoffnung auf Rettung gebe es nicht: `Leute, die mit Schwimmwesten über Bord springen, sinken auch nach unten." Ein ähnliches Phänomen habe möglicherweise zum spurlosen Verschwinden so vieler Schiffe im Bermuda-Dreieck geführt.

(RPO Archiv)
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