Vakante katholische Bischofsstühle Papst Franziskus ernennt neue Erzbischöfe von Paderborn und Bamberg

Paderborn · Papst Franziskus hat zwei neue Erzbischöfe für Deutschland ernannt. Am Samstag wurden die Namen bekannt gegeben: Udo Markus Bentz leitet künftig das Erzbistum Paderborn. Der neue Bamberger Erzbischof heißt Herwig Gössl.

Eine Innenansicht des Doms von Paderborn.

Eine Innenansicht des Doms von Paderborn.

Foto: dpa/Guido Kirchner

Im Erzbistum Paderborn gibt es einen neuen Erzbischof. Es ist Udo Markus Bentz aus dem Bistum Mainz. Papst Franziskus ernannte den 56-jährigen bisherigen Mainzer Weihbischof und Generalvikar von Bischof Peter Kohlgraf zum Erzbischof von Paderborn. Die Ernennung wurde am Samstag um 12 Uhr zeitgleich in Rom und Paderborn bekannt gegeben. Im Paderborner Dom und kurz darauf in allen Kirchen der Erzdiözese läuteten die Glocken.

Der neu ernannte Erzbischof von Paderborn: Udo Markus Bentz

Der neu ernannte Erzbischof von Paderborn: Udo Markus Bentz

Foto: Fotostudio DAS ATELIER-MAINZ

Der frisch ernannte Erzbischof gilt kirchenpolitisch als liberal. Er versprach am Samstag, dass er mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch kommen und gemeinsam handeln wolle. „Ich will wirklich ganz und mit all den Kräften, die mir gegeben sind, mit Ihnen hier im Erzbistum Paderborn „Gemeinsam Kirche sein“, sagte Bentz. „Ich will die ganze Wirklichkeit des Erzbistums Paderborn wahrnehmen und annehmen, auch mit ihrer dunklen Seite.“

Der Limburger Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, gratulierte beiden neu Ernannten und würdigte ihr bisheriges Wirken. In einem Glückwunschbrief an Bentz hob er dessen Engagement beim Reformprozess Synodaler Weg hervor.

Bentz wurde 1967 im pfälzischen Rülzheim geboren. Er absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zum Bankkaufmann. In Mainz und Innsbruck studierte er Philosophie und Katholischen Theologie. 1995 empfing er im Dom zu Mainz die Priesterweihe. Bentz arbeitete von 1998 bis 2002 als Sekretär des damaligen Mainzer Bischofs und Kardinals Karl Lehmann. 2007 promovierte der Pfälzer an der Universität Freiburg mit der Arbeit „Jetzt ist noch Kirche – Grundlinien einer Theologie kirchlicher Existenz im Werk Karl Rahners“. 2015 ernannte Papst Franziskus ihn zum Titularbischof von Sita und Weihbischof in Mainz.

Auf Ebene der Deutschen Bischofskonferenz ist er Mitglied der Jugendkommission, der Kommission für die Weltkirche und der Unterkommission für Lateinamerika, insbesondere Adveniat. Darüber hinaus ist er Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Kommission Weltkirche. Als bischöfliches Leitwort hatte Bentz bislang einen Vers aus dem Markus-Evangelium (Mk 16,20) gewählt. Es lautet: „Praedicare ubique Domino cooperante“ – „Überall predigen und der Herr wirkte mit ihnen“.

 Herwig Gössl wird Erzbischof in Bamberg.

Herwig Gössl wird Erzbischof in Bamberg.

Foto: dpa/Daniel Löb

Bentz ist Nachfolger von Erzbischof Hans-Josef Becker, der im Oktober 2022 in den Ruhestand gegangen ist. Die Einführung des obersten katholischen Geistlichen des Erzbistums findet am 10. März 2024 im Hohen Dom zu Paderborn statt. Mit der Amtseinführung endet die Vakanz des Erzbischöflichen Stuhls. Bis dahin leitet Diözesanadministrator Michael Bredeck die in Deutschland mit 1,4 Millionen Katholikinnen und Katholiken sechstgrößte römisch-katholische Diözese, die sich in NRW von Minden im Norden bis nach Siegen im Süden und von Herne bis nach Höxter im Osten erstreckt. Auch Gebiete von Hessen und Niedersachsen (Bad Pyrmont) gehören zum Erzbistum Paderborn.

Für das Erzbistum Bamberg gab es quasi eine Hauslösung. Herwig Gössl (56) ist seit 2014 Weihbischof in Bamberg und leitet die Erzdiözese seit einem Jahr übergangsweise. Er gilt als jemand, der seine Worte bedächtig wägt, der versucht, nicht anzuecken, ein zurückhaltender, spiritueller Mensch.

(rp/dpa/kna )
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