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Kölner Katholiken gehen wegen Missbrauchsskandal auf die Straße

Empfang des Dormagener Pfarrers : Kölner Katholiken gehen wegen Missbrauchsskandal auf die Straße

Am Samstag kommen in Köln verschiedene Verbände und Initiativen zusammen, um den katholischen Pfarrer Klaus Koltermann aus Dormagen zu empfangen. Dieser will als Zeichen des Protests zu Fuß nach Köln laufen.

Katholiken protestieren am Samstagnachmittag in Köln gegen den Umgang des Erzbistums mit Missbrauch und für Veränderungen in ihrer Kirche. Gegen 15 Uhr empfangen verschiedene Verbände und Initiativen eine Gruppe um den Dormagener Pfarrer Klaus Koltermann in der Kölner Innenstadt. Dort sind zwei Gesandte von Papst Franziskus untergebracht, die derzeit die Vorgänge rund um die Missbrauchsaufarbeitung in Deutschlands mitgliederstärkster Diözese prüfen. Die beiden Kontrolleure sind laut Koltermann eingeladen, die Proteste zu besuchen.

Der Pfarrer will zusammen mit Unterstützern zu Fuß nach Köln laufen.Kostenpflichtiger Inhalt Mit dem etwa 30 Kilometer langen Marsch wolle er "ein sichtbares Zeichen für neue Anfänge, einen neuen Aufbruch der Kirche, nicht nur in Deutschland" setzen. Koltermann ist der einzige Priester im Erzbistum Köln, der wegen der Vorgänge um die Missbrauchsaufarbeitung öffentlich den Rücktritt von Kardinal Rainer Maria Woelki gefordert hat.

Der Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln kritisierte die Protestaktion im Vorfeld. "Die Demonstranten sind Aktivisten, die lautstark alles Mögliche fordern", erklärte Beiratsmitglied Peter Bringmann-Henselder. Die Betroffenen würden erneut missbraucht und benutzt.

Im Erzbistum Köln wird seit mehr als einem Jahr über die Missbrauchsaufarbeitung debattiert. Ein im März veröffentlichtes Gutachten weist hohen Amtsträgern Fehler im Umgang mit früheren Fällen sexueller Gewalt durch Geistliche nach. Kardinal Woelki wird in dem Report juristisch entlastet. Kritiker werfen ihm jedoch moralische Fehler vor. Die päpstlichen Kontrolleure sollen auch seinen Umgang mit Missbrauch überprüfen - so wie den anderer Amtsträger. Vergangenen Dienstag führten sie ihre ersten Gespräche mit Betroffenen. Die Inhalte aller weiteren Treffen sollen vertraulich bleiben.

(chal/kna)