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Kölner Bistumsleitung wirbt um Vertrauen

Missbrauchsskandal : Bistumsleitung wirbt um Vertrauen

In der Debatte um die Missbrauchsstudie stellten sich in verschiedenen Videokonferenzen Kardinal Rainer Maria Woelki, Generalvikar Markus Hofmann und der Strafrechtler Matthias Jahn den Fragen der Gemeinden.

Die Leitung im Kölner Erzbistum ist bemüht, intern bei den Gläubigen in den Gemeinden um Vertrauen zu werben – insbesondere für ihre Entscheidung, die in Auftrag gegebene Missbrauchsstudie nicht zu veröffentlichen. In verschiedenen Videokonferenzen legten zuletzt Kardinal Rainer Maria Woelki, Generalvikar Markus Hofmann und der Frankfurter Strafrechtler Matthias Jahn vor Pfarrgemeinderäten des Bistums ihre Sicht der Dinge dar.

Jahn ist unter anderem der Verfasser des Gutachtens über die erste unabhängige Untersuchung der Münchner Kanzlei  Westpfahl Spilker Wastl (WSW). Er hatte unter anderem bemängelt, dass die Kriterien für die Stichproben der WSW-Untersuchung nicht genannt und Begriffe wie Pflichtwidrigkeit auch nicht erläutert würden. Zudem sei die Neutralität des Gutachtens seiner Meinung nach fraglich.

Teilnehmer der Videokonferenz berichteten unserer Redaktion, dass der Kardinal auf Nachfrage aus den Gemeinden nicht davon ausgehe, dass die Kirche durch die andauernde Debatte einen nachhaltigen Vertrauensverlust erleide. Von manchen Teilnehmern sei allerdings in Frage gestellt worden, dass das nun in Auftrag gegebene neue Gutachten qualitativ besser sein könne. So soll der Kölner Strafrechtler  Björn Gercke bis Mitte März in nur fünf Monaten das ermitteln, was den Anwälten aus München – die vergleichbare Gutachten auch für andere Bistümer erstellen – eineinhalb Jahren zuvor nach Einschätzung der Bistumsleitung nur ungenügend gelungen sei. Sowohl der Erzbischof als auch der Generalvikar sollen den Teilnehmern auf Nachfrage versichert haben, das WSW-Gutachten im Detail bis heute nicht zu kennen.

In einem Brief bedankte sich jetzt Generalvikar Hofmann bei allen Teilnehmern der Videokonferenzen für das Interesse und die Diskussion. „Ich hoffe, Ihre Fragen sind beantwortet worden“, heißt es.