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Katholische Kirche: Papst will von Kommission jährlichen Bericht zu Kindesmissbrauch

Vorgehen der Katholischen Kirche : Papst will von Kommission jährlichen Bericht zu Kindesmissbrauch

Die katholische Kirche wird seit Jahren von Berichten über den Missbrauch an Kindern durch Kleriker erschüttert. Deshalb fordert Papst Franziskus nun eine regelmäßige Auskunft über das Vorgehen der Kirche im Kampf gegen Kindermissbrauch.

Papst Franziskus will den Kampf gegen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche intensivieren und deshalb künftig regelmäßig Auskunft zu dem Thema erhalten. Der Pontifex forderte die Mitglieder der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen am Freitag auf, ihm einmal jährlich einen Bericht über das Vorgehen der Kirche zu verfassen.

Die 2014 gegründete Kommission wird durch die neue Vatikan-Verfassung künftig formal in die Kurie integriert. Sie bleibe aber unabhängig und berichte direkt an den Papst, wie Franziskus betonte.

Die katholische Kirche wird seit Jahren von Berichten über den Missbrauch an Kindern durch Kleriker vor allem in der Vergangenheit erschüttert. „Missbrauch, egal in welcher Form, ist inakzeptabel. Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist besonders schlimm, denn er verletzt das Leben, während dieses gerade erst entsteht“, sagte der Papst. „Statt aufzublühen, wird der Missbrauchte verletzt, manchmal unheilbar.“

Franziskus forderte die Kommission, die von US-Kardinal Sean Patrick O'Malley geleitet wird und der auch der deutsche Pater Hans Zollner angehört, auf, überall auf der Welt aktiv zu sein. Sie solle den Dialog mit den Bischofskonferenzen fördern und überwachen, „um Plätze zu schaffen, wo die Leute, die missbraucht wurden, und ihre Familien Anlaufstellen und Gehör finden und wo sie begleitet werden auf ihrem Weg der Heilung und der Suche nach Gerechtigkeit“, sagte Franziskus.

Der Argentinier meinte, dass seine Kommission bereits zu einer Verbesserung der Lage beigetragen habe. „Die Kinder und verletzlichen Menschen sind heute sicherer in der Kirche dank eures Einsatzes“, sagte der Papst und ergänzte, dass die Fallzahlen in jenen Teilen der Welt, wo sie erfasst würden, seit Jahren zurückgingen.

(jus/dpa)