Gleichstellung in den Religionen Frauen – die eigentlich gefragten Wesen

Meinung · Die Religionen tun sich schwer mit der Gleichstellung der Frauen. Männlichkeit mag vor allem in Gottesbildern dominieren. Für wichtige Ämter eignen sich vermeintlich weibliche Eigenschaften allerdings viel besser.

Protestaktion der Bewegung „Maria 2.0“ (Archivfoto).

Protestaktion der Bewegung „Maria 2.0“ (Archivfoto).

Foto: dpa/Patrick Seeger

Statistisch kann ich es nicht belegen, gefühlt weiß ich: Über Frauen wird öffentlich mehr gesprochen als über Männer. Das muss nichts Gutes bedeuten. Kann es sein, dass eine Frau noch immer als zu begründende Variante des Menschen betrachtet wird, der seinem Wesen nach im Normalfall ein Mann ist? Für eine Männerquote zu sorgen, ist selten der Fall. Die Frauenfrage zu stellen, ist vertraut. Es ist eigentlich sehr verwunderlich, dass Judentum, Christentum und Islam sich trotz der Wertschätzung von Mann und Frau in den Schöpfungserzählungen so schwertun, die Frau in ihrer gesellschaftlichen Rolle dem Mann gleichzustellen. Ebenbild Gottes – gewiss, heißt es; öffentlich wirksam in allen Bereichen – das jedenfalls fraglos nicht.