Musiker ärgert sich über Rasenmäherlärm: Reinhard Mey beschimpft Nachbarn als "Garten-Nazis"

Musiker ärgert sich über Rasenmäherlärm : Reinhard Mey beschimpft Nachbarn als "Garten-Nazis"

Reinhard Mey ist sauer. Seine Nachbarn auf der Promi-Insel Sylt sollen angeblich zu laut Rasenmähen. Das ließ der Musiker nicht mit sich machen - und beschimpfte die Anwohner als "Garten-Nazis".

Der Liedermacher Reinhard Mey (59) hat sich mit den Nachbarn seines Hauses in Kampen auf Sylt angelegt und einen "ständigen Lärmterror" durch andauerndes Rasenmähen beklagt. "Irgendein Depp mäht immer", schimpfte der Barde in einem Leserbrief in der Lokalzeitung "Sylter Nachrichten", den auch die "Bild"-Zeitung jetzt aufgriff. Naturfreund Mey ("Es gibt keine Maikäfer mehr") klagt darüber, dass um ihn herum fast pausenlos lautstark die Rasenflächen gestutzt werden und regt "erweiterte Mäh-Schonzeiten" an. Er selbst lasse sein Gras zur schönsten Jahreszeit einfach wachsen und mähe erst im Spätsommer.

Auch den Begriff "Gartennazis" hatte Mey in Anlehnung an die Wortschöpfung des bayerischen Kabarettisten Georg Ringswandl in seinem am 5. August veröffentlichten Leserbrief verwendet. Diese seien "mit schwerem Gerät und unter Höllenlärm-Entwicklung damit beschäftigt, auf handtuchgroßen Grundstücken, kleinen unschuldigen Grashalmen den Garaus zu machen", schrieb Mey. Den Brief hatte der 59-Jährige gleichzeitig an die Gemeinde geschickt und diese unter anderem aufgefordert "...beenden Sie diesen Rasermäherkrieg".

Kampens Bürgermeisterin Ruth Sönksen wies am Dienstag die Vorwürfe des populären Mitbewohners im Friesendorf zurück. Es sei nicht festzustellen, dass außerhalb der üblichen Ruhezeiten gemäht werde, meinte sie. "In der Tat sind die Mähmaschinen, vor allem die der beauftragten Unternehmen, meist fürchterlich laut", räumte dagegen eine andere Kampener Hausbesitzerin ein.

Sylter Politiker raten Reinhard Mey zum Entspannen

Die Kommunalpolitiker auf der Insel Sylt wollen sich nicht mit dem von Reinhard Mey beklagten lauten Rasenmähern befassen. Das sagte am Dienstag Amtsvorsteher Heinz Maurus, nachdem der Sänger sich bei den Behörden über Lärm beschwert hatte.

Nach Angaben von Maurus ist aber bereits geregelt, wann Ruhe herrschen müsse. Vor 08.00 Uhr und zwischen 13.00 und 15.00 Uhr dürfe nicht gelärmt werden. Der Kommunalpolitiker riet May: "Gehen Sie am Strand spazieren und entspannen Sie sich!" Die Insel-Politiker freue es, wenn der bekannte Liedermacher Sylt genieße. "Aber er soll die Toleranz walten lassen, die er in seinen Liedern von anderen fordert", sagte Maurus.

(RPO Archiv)
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