Bush lehnt Gnadengesuch ab: Rauschgifthändlerboss hingerichtet

Bush lehnt Gnadengesuch ab : Rauschgifthändlerboss hingerichtet

Terre Haute/USA (rpo). Keinen Anlass für eine Begnadigung sah Präsident George W. Bush im Fall Juan Raul Garza: Der Rauschgifthändler-Boss wurde am Dienstag hingerichtet.

Der gebürtige Mexikaner Juan Raul Garza starb kurz nach 14 Uhr MESZ im Gefängnis von Terre Haute (Indiana) auf derselben Bahre, auf der McVeigh am Montag vergangener Woche durch eine Giftspritze exekutiert worden war.

Garzas Hinrichtung durch eine Giftinjektion war die zweite eines Bundeshäftlings seit 38 Jahren. Alle anderen Exekutionen in den USA sind auf der Basis staatlicher Rechtsprechung erfolgt. Die Szene vor dem Gefängnis am Dienstag stand in starkem Kontrast zu der bei McVeighs Exekution. Diesmal waren nur 75 Medienvertreter angereist. Bei McVeigh waren es 1 400. Auch das Fernsehen widmete dem Vollzug der Hinrichtung des gebürtigen Mexikaners nur wenige Minuten, während es vor acht Tagen viele Stunden waren.

Garza hatte als einstiger Drogenboss in Texas einen Mann ermordet und einen Berufskiller mit zwei weiteren Morden beauftragt. Während der Zeit in der Todeszelle hatte der Vater von zwei Kindern, der auch in Mexiko für mehrere Morde verantwortlich gemacht wird, Reue bekundet.

Als letzte Mahlzeit bestellte sich Garza Steak. Seine Frau, die sich seit Tagen mit Tochter und Sohn in Terre Haute aufhielt, hatte vergeblich darauf gehofft, ihrem Mann das Essen kochen zu dürfen.

Ursprünglich sollte Garza schon im vergangenen Jahr hingerichtet werden. Dann verfügte der damalige US-Präsident Bill Clinton jedoch eine Prüfung von Vorwürfen, denen zufolge die Todesstrafe nach Bundesrecht weitaus häufiger für Vertreter ethnischer Minderheiten verhängt werde als für Weiße.

Der jetzige Justizminister John Ashcroft kam aber kürzlich zu dem Schluss, dass von Unfairness keine Rede sein könne. Zwei der nunmehr noch 19 Bundeshäftlinge in der Todeszelle sind Weiße, zwei sind Hispanier und 15 sind Schwarze.

(RPO Archiv)
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