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Insel ist von Öl verschmutzt worden: Pullover für Pinguine

Insel ist von Öl verschmutzt worden : Pullover für Pinguine

Sequim/USA (AP). Pullover für Pinguine? Kein Scherz, sagen die Mitglieder einer Textilarbeiterzunft im US-Staat Washington und stricken eifrig an winzigen Wollpullovern für eine Gruppe australischer Pinguine, die von einer Ölpest betroffen sind. Das vermutlich von einem unbekannten Schiff abgelassene Öl verschmutzte Anfang Januar die Heimat der Tiere, die Phillip-Insel südöstlich von Melbourne.

Es zerstört einerseits die natürliche Kälteisolierung ihres Gefieders, andererseits nehmen die Pinguine beim Putzen giftige Substanzen auf. Vor beiden Gefahren sollen die knapp 25 Zentimeter langen und zehn Zentimeter breiten Pullover schützen. Für Flügelstummel und Kopf werden Aussparungen gelassen.

"Sie sehen niedlich aus", sagt Pat Gallup, Mitglied der Weberschiffchen-und-Spindel-Gilde in Sequim. Sie hörte von dem Hilfsaufruf für die Pinguine im Radio und forschte im Internet nach, bevor sie die anderen Mitglieder der Gilde zum Mitmachen animierte. "Man sieht nur ihre Köpfe und die kleinen Flügel herausschauen", sagte sie am Sonntag. Die Gilde, die sich der Bewahrung traditioneller Handarbeit verschrieben hat, will bald eine Kiste kleiner Pullover nach Australien schicken. Verwendet wird übrigens nur reine Wolle, da synthetisches Material die Körperwärme der Vögel nicht ausreichend speichern würde.

(RPO Archiv)