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Prozess gegen Amber Heard​: Ehemaliger Freund von Johnny Depp sagt vor Gericht aus

Prozess gegen Amber Heard : Ehemaliger Freund von Johnny Depp sagt über Eifersucht und Drogenkonsum aus

Fast 40 Jahre lang war der Musiker Bruce Witkin mit Hollywood-Star Johnny Depp befreundet. Im Verleumdungsprozess gegen dessen Ex-Frau Amber Heard erzählt er nun Geschichten von früher.

Im Verleumdungsprozess von Hollywood-Schauspieler Johnny Depp gegen seine Ex-Frau und Kollegin Amber Heard hat ein ehemals enger Freund von Depp ausgesagt. In der per Video im Februar aufgezeichneten Aussage, die den Geschworenen am Donnerstag vorgespielt wurde, ging es vor allem um die Eifersucht und den Drogenkonsum des „Fluch der Karibik“-Stars.

Der Musiker Bruce Witkin, der fast 40 Jahre mit Depp befreundet war, sagte, die Eifersucht des Schauspielers in Beziehungen habe sich zum ersten Mal bereits vor Jahrzehnten gezeigt. Depp könne „definitiv eine eifersüchtige Ader“ in sich haben, sagte Witkin. Depp habe einen Teil dieser Eifersucht während seiner Beziehung mit Vanessa Paradis an den Tag gelegt. „Und vieles davon war in seinem Kopf und nicht Realität“, sagte er. Depp war 14 Jahre mit der französischen Schauspielerin und Sängerin liiert.

Depps Eifersucht habe sich auch gezeigt, als er mit Heard zusammen war und sie weg war, um einen Film zu drehen „oder etwas anderes tat, wo er nicht dabei sein konnte, um zu sehen, was vor sich ging“, sagte Witkin. Einmal habe er blaue Flecken an Heards Arm gesehen, als er und Depp an einer Dokumentation über den Rolling-Stones-Gitarristen Keith Richards arbeiteten. Und einmal habe er Depp mit einer dicken Lippe gesehen. Er habe jedoch nie gesehen, wie Depp oder Heard einander körperlich angegangen seien.

In dem Verleumdungsprozess von Depp gegen Heard vor dem Gericht in Fairfax im US-Staat Virginia geht es um einen Gastbeitrag Heards für die „Washington Post“, in dem sie 2018 über Erfahrungen mit häuslicher Gewalt berichtet hatte. Depps Name wird in dem Artikel nicht genannt, doch sagen er und seine Anwälte, Depp sei durch den Artikel diffamiert worden. Depp sagt, er habe Heard niemals geschlagen und sei seinerseits ein Opfer von durch Heard begangenen Misshandlungen.

Heards Anwälte sagen dagegen, er habe die Schauspielerin körperlich und sexuell missbraucht. Und sie argumentieren, seinem Abstreiten mangele es an Glaubwürdigkeit, weil er regelmäßig bis zum Blackout getrunken und Drogen genommen habe, und sich nicht an seine Taten habe erinnern können.

Witkin sagte, er habe versucht, Depp wegen des Substanzmissbrauchs zu helfen. Er habe ein Treffen mit einem Therapeuten arrangiert. Depp würde sagen, es gehe ihm gut, doch Witkin entgegnete, das sei nicht so, rezitierte der Musiker ein Gespräch mit Depp.

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Depps Schwester Christi Dembrowski sei sowohl mit Blick auf dessen Drogengebrauch als auch im Allgemeinen stets besorgt um ihren Bruder gewesen, sagte Witkin. Tief im Innern sei das wohl jedem so gegangen. Aber Menschen auf der Gehaltsliste würden nicht viel sagen. Sie würden es versuchen, wollten aber nicht ihren Job verlieren. „Ich würde nicht sagen, dass sie alle in diese Kategorie fallen. Aber es ist eine seltsame Sache um Leute wie ihn herum. Jeder will etwas.“

Witkin sagte, seine Freundschaft mit Depp habe gegen Ende 2017 begonnen, sich aufzulösen, als der Schauspieler begann, sich zurückzuziehen. „Er schrieb mir diesen seltsamen Text, in dem er sagte, ich hätte ihm in den Rücken gestochen und schlecht über ihn geredet“, sagte Witkin. „Und ich sagte: „Wovon redest du?“ Und er erklärte es nicht. Und ich habe ihn seit 2018 so gut wie nicht mehr gesehen.“

(dpa/boot)