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Promi Big Brother: Werner Hansch wurde zum Liebling der Sat1-Zuschauer

Bei „Promi Big Brother“ : So wurde Werner Hansch zum Publikumsliebling

Werner Hansch mausert sich in der Sat1-Sendung „Promi Big Brother“ zum Publikumsliebling. Der frühere Sport-Kommentator überzeugt durch seine überraschend offene Art. Mit seinen 82 Jahren dient er vielen seiner Mitbewohner als Vorbild.

Am 16. August hatte Werner Hansch Geburtstag. Zu diesem Anlass gab es eine kleine Feier. Fußball-Trainer Christoph Daum gehörte zu den Gratulanten, Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink auch. Lebemann Reiner Calmund kam gar eigens dafür vorbei. Nur eine Sache war merkwürdig. Hansch feierte seinen 82. Geburtstag nicht im Beisein seiner Familie, sondern in einem Container.

Der ehemalige Sportjournalist macht bei der achten Staffel der Sat1-Sendung „Promi Big Brother“ mit. Er ist der älteste Kandidat, den es in diesem Format jemals gab. Seine Teilnahme basiert dabei nicht auf purer Lust und Laune, sondern auf akuter Geldnot. Denn Hansch ist seit einigen Jahren krank. Er leidet an Spielsucht. Mit 70 Jahren habe er angefangen zu spielen und die Kontrolle verloren. „Ich wusste nicht, dass das in mir steckt“, erzählt er. „Ich bin seit Februar in einer Therapie.“

Hohe Schulden habe er laut eigenen Angaben, knapp 600 Euro monatlich zum Leben. Damit komme er gut klar, er habe stets bescheiden gelebt. „Ich habe null Entzugserscheinungen. Das macht mir Hoffnung. Ich bin auf einem guten Weg“, sagt Hansch. Er ist den Tränen nah.

Es ist eine Geschichte, die Mitgefühl hervorruft. Dabei ist es immer ein schmaler Grat zum Mitleid. Doch Mitleid will Hansch gar nicht. Der 82-Jährige will sich bei „Promi Big Brother“ noch einmal beweisen. Er will zeigen, dass er sich auch in seinem hohen Alter noch Herausforderungen stellt. Dass er sich noch einmal neu erfinden kann.

Dabei hatten nicht wenige einen PR-Gag erwartet, als Sat1 den Einzug von Hansch bekannt gab. Irgendwie ergab das ja auch Sinn. Schließlich war er über Jahre das Sportgesicht des TV-Senders. Doch Hansch zeigt eindrucksvoll, dass er eben nicht nur dafür da ist, um die Einschaltquoten hochzutreiben. Er agiert vielseitig. Er ist versiert. Als Freund. Als Vaterfigur. Als ein weiser Mann, der zu jeder Situation einen guten Rat parat hat.

Manchmal kann er aber auch schroff werden. So zum Beispiel, wenn drei junge Frauen eine Mittfünfzigerin die ganze Putzarbeit verrichten lassen. „Das wird nie in meinem Kopf gehen“, tadelt er. Oder, wenn er eine Mitbewohnerin zum Bleiben überreden will. „Mädchen, nicht die Flinte ins Korn werfen. Kämpf dich durch.“

Diese offene Art ist es, die Hansch bei den Zuschauern so beliebt macht. Von Fremdscham kann keine Rede sein. Auch dann nicht, wenn er versucht zu rappen. Gerade diese Eigenschaft, sich für nichts zu schade zu sein, ist es, die ihm dazu verhalf, schlagartig zu einem Publikumsliebling aufzusteigen.

Und als Publikumsliebling ist der Sieg nicht weit. Der Gewinner von „Promi Big Brother“ erhält eine Prämie von 100.000 Euro. Statistisch gesehen, würde es zudem Sinn ergeben. Bislang ist die Quote der männlichen Sieger höher. „Aber welche Statistik stimmt schon? Nach der Statistik ist jeder vierte Mensch ein Chinese, aber hier spielt kein Chinese mit.“ Ein klassischer Hansch. Man mag ihm nicht widersprechen.