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Prinz Charles mit Corona infiziert

Britisches Königshaus : Prinz Charles mit Corona infiziert

Der 71-jährige britische Thronfolger ist positiv getestet. Er habe zwar Symptome, sei aber „frohen Mutes“, heißt es. Die Briten sorgen sich um ihn und vor allem um die Queen, die im April 94 ­Jahre alt wird.

Das Coronavirus erreicht das britische Königshaus: Der Thronfolger Prinz Charles ist positiv auf den Erreger getestet worden, wie sein Büro Clarence House am Mittwochvormittag mitteilte. „Der Prinz von Wales“, hieß es in einem Statement, „hat milde Symptome, ist aber ansonsten von guter Gesundheit und arbeitete in den vergangenen Tagen wie üblich vom Homeoffice aus“. Seine Gattin Camilla, die Herzogin von Cornwall, sei „ebenfalls getestet worden, aber hat das Virus nicht“. Sowohl der Prinz wie die Herzogin würden sich nun, wie es die Regierung allen Briten rät, in Selbstisolation begeben.

Prinz Charles war am letzten Sonntag in Schottland auf seinem Herrensitz Birkhall angekommen. Am gleichen Tag soll er erste Symp­tome gezeigt haben und wurde am Montag getestet. Der 71-jährige Thronfolger gehört ebenso wie seine 72-jährige Frau wegen ihres Alters zu der Risikogruppe für die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkranheit Covid-19. Allerdings sind beide von robuster Gesundheit, haben keine einschlägigen Vorerkrankungen, und ihren Zigarettenkonsum hat Camilla schon seit längerem eingeschränkt. Charles sei, wie aus Hofkreisen verlautet, „frohen Mutes“. Er hat mit der Queen telefonisch gesprochen und auch seinen beiden Söhne William und Harry versichert, dass es ihm gut gehe. Es ist möglich, dass sich Prinz Charles von einem anderen Prinzen hat anstecken lassen. Charles hatte am 10. März in seinem Londoner Stadtschloss Clarence House eine Konferenz über „WaterAid“ ausgerichtet. Ihm gegenüber am Tisch saß Fürst Albert von Monaco, der zu dieser Zeit wahrscheinlich schon infektiös war und letzte Woche positiv für das Coronavirus getestet wurde.

Die Nachricht, dass es den Thronfolger erwischt hatte, traf die Briten mitten in der Coronakrise – am Mittwochmorgen war die Zahl der Toten verglichen mit dem Vortag um 87 auf 422 gestiegen – wie ein Schock. Sofort wurden Fragen laut, ob auch andere Mitglieder des Könighauses, allen voran die Queen, jetzt möglicherweise infiziert sind. Der Hof signalisierte Entwarnung. Die Ärzte gehen aufgrund seiner Symptomatik davon aus, dass Charles erst ab dem 13. März ansteckend war und das Virus hätte übertragen können. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte der Prinz am 12. März bei einem Dinner in London. Er traf Queen Elizabeth am gleichen Tag das letzte Mal persönlich. Seinen Vater Prinz Philip hat er nicht gesehen. Der Buckingham Palast versicherte am Mittwoch, dass die Queen „bei guter Gesundheit verbleibt“.

Aber natürlich sind die Sorgen um Elizabeth und Philip groß. Die Queen ist 93 Jahre alt und feiert nächsten Monat ihren 94. Geburtstag, und ihr Gatte, der Herzog von Edinburgh, zählt sogar 98 Jahre. Noch sind sie rüstig, aber für beide gilt schon aufgrund ihres hohen Alters seit dem letzten Wochenende die amtliche Weisung, für drei Monate in Selbstisolation zu gehen. Die Queen hatte ihren letzten öffentlichen Termin, eine Ordensverleihung, am 12. März im Buckingham Palast wahrgenommen. Damals trug sie Handschuhe, was bei einer sogenannten Investitur, bei der sie normalerweise viele Hände schüttelt, nicht üblich ist. Doch es herrschen Coronazeiten, und vor zwei Wochen war man bei Hof schon umsichtig genug, die Monarchin keiner Ansteckungsgefahr auszusetzen. Nach der Ordensverleihung ist sie von London auf ihr Schloss Windsor Castle umgezogen. Der Herzog siedelte am gleichen Tag vom Landsitz Sandringham ebenfalls nach Windsor um.

Mehrere Mitglieder der Königsfamilie hatten sich zuletzt am 9. März beim Commonwealth-Tag getroffen. Sie nahmen an einem Gottesdienst mit Vertretern aus zahlreichen Commonwealth-Ländern teil. Neben der Queen und Charles waren unter anderem Harry und Meghan, William und Kate sowie der jüngste Sohn der Queen, Prinz Edward, dabei.