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Windsor: Prinz Charles führt die Braut zum Altar

Windsor : Prinz Charles führt die Braut zum Altar

Ihr Vater ist krank, also springt der künftige Schwiegervater ein: Der britische Thronfolger übernimmt eine wichtige Rolle bei der Trauung seines Sohnes Harry mit Meghan Markle. Das Paar gibt der Monarchie ein modernes Gesicht.

Prinz Charles hat zwar nur zwei Söhne, aber dennoch Übung darin, eine Braut zum Altar zu führen. 2016 erwies er Alexandra Knatchbull diese Ehre, dem Patenkind seiner verstorbenen Ex-Frau Diana und Tochter eines guten Freundes. Heute wird er Meghan Markle, die Braut seines Sohnes Harry, durch die Kirche zu ihrem Bräutigam führen. Markles Vater Thomas (73) wurde am Herzen operiert und kann die Hochzeit nicht besuchen. "Der Prince of Wales ist erfreut, Ms. Markle auf diesem Weg in der königlichen Familie willkommen heißen zu können", erklärte der Palast. Kurzzeitig war auch die Brautmutter Doria Ragland im Gespräch - sie war gestern zum Tee und Kennenlernen bei der Queen eingeladen.

Die Trauung beginnt heute um 13 Uhr, RTL und ZDF übertragen ab 11 Uhr live aus Windsor. Weltweit werden rund eine Milliarde Menschen am Bildschirm verfolgen, wie der 33-Jährige, Nummer sechs der britischen Thronfolge, und die amerikanische Schauspielerin (36) "Ja" zueinander sagen. Das englische Wetter straft die Skeptiker Lügen: Meteorologen sagten für die Hochzeit "ideale" Bedingungen bei bis zu 21 Grad und einer leichten Brise voraus. Beste Voraussetzungen für die 100.000 Zaungäste, die in den Straßen von Windsor erwartet werden.

Über einen Hochzeitsgast wird sich Prinz Harry besonders freuen: Sein Großvater Prinz Philip (96) und Ehemann der Queen, wird teilnehmen, wie der Kensington-Palast bestätigte. Er hatte erst kürzlich ein neues Hüftgelenk bekommen. Die Gästeliste ist noch geheim. Spekuliert wird über Superstar Elton John ("Candle in the Wind"), der mit Harrys Mutter Diana eng befreundet war, die Band Spice Girls, Sänger Ed Sheeran und Tennisstar Serena Williams. Außerdem werden einige von Markles Kollegen aus der Anwaltsserie "Suits" erwartet.

Prinz Harry hat sich seinen älteren Bruder William als Trauzeugen gewählt, bei dessen Heirat mit Kate 2011 übernahm er die gleiche Rolle. Meghan hat keine Trauzeugin. Sie habe sich nicht zwischen ihren vielen Freundinnen entscheiden können, sagte ein Palast-Sprecher. Nach der Hochzeit verabschieden sich die beiden nicht direkt in die Flitterwochen. Wenige Tage später nehmen sie an einem Empfang für Wohltätigkeitsorganisationen in London teil. Geflittert wird später, wann und wie ist topsecret.

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Die Heirat der beiden markiert den Punkt, an dem die Königliche Familie ein wenig mehr wie das Großbritannien aussieht, das sie repräsentiert. Denn mit Meghan Markle bekommen die Royals erstmals ein Mitglied mit afroamerikanischen Wurzeln, zudem ist sie geschieden. Mit dem Paar erhält die Monarchie ein neues Aushängeschild: jung, zeitgemäß, liberal, aufgeschlossen, locker und volksnah.

Meghan bricht durchaus höfische Regeln, etwa wenn sie bei offiziellen Terminen einen Messy Bun - einen lässigen Dutt - trägt. Bei Terminen wird sie von vielen Menschen umarmt und lässt Selfies mit sich machen. Auch Prinz Harry lieben die Briten wegen seiner unkomplizierten und fröhlichen Art, zum Beispiel, wenn er mit Kindern bei Festen herumtobt. Seine wilden Zeiten, in denen er nackt mit Frauen in einem Hotel in den USA feierte oder in Nazi-Uniform bei einer Kostümparty auftauchte, sind vorbei. Er gilt nun als gereifter Prinz, der sich wie einst Diana stark sozial engagiert.

Mit William und seiner Frau Kate verstehen sich Harry und Meghan bewusst als Team. Anfang März traten sie gemeinsam auf, um Meghan als vierte Schirmherrin der "Royal Foundation" vorzustellen, einer Dachorganisation von einer ganzen Reihe von Wohltätigkeitsorganisationen. Die Medien tauften das Team sogleich in Anlehnung an die Beatles die "Fab Four".

Der Erfolg in der Öffentlichkeitsarbeit ist praktisch garantiert - nicht zuletzt, weil die Aufgaben gut verteilt sind. Prinz William als künftiger König muss sich politisch zurückhalten und unterstützt in der "Royal Foundation" vor allem Umwelt- und Tierschutz. Seine Frau Kate hat ebenfalls schon die Kunst gelernt, bei ihren Reden nicht anzuecken, und wählte sich Jugendliche und mentale Gesundheit als Aufgabengebiete aus. Prinz Harry ist der Spaß-Prinz, der auch schon einmal über die Stränge schlagen kann. Er setzt sich vor allem für militärische Wohltätigkeitsorganisationen ein.

Und Meghan? Sie machte bei ihrem Debüt klar, dass ihr das Thema Frauenrechte wichtig ist. "Wir werden unsere erste feministische Aktivisten-Prinzessin haben", befand die Publizistin Rachel Johnson. Womit sie nur in einem Punkt Unrecht hat, denn Meghans Titel wird nicht Prinzessin, sondern Herzogin sein.

Info Verfolgen Sie die Hochzeit ab 10 Uhr im Liveblog bei RP Online unter www.rp-online.de.

(RP)