Heuchlerisch: Prinz Charles fährt heimlich Audi

Heuchlerisch : Prinz Charles fährt heimlich Audi

London (rpo). Gerade erst hat Prinz Charles dazu aufgerufen, nur britische Agrarprodukte zu kaufen. Nun soll er "heimlich eine Flotte deutscher Audis gekauft" haben.

Prinz Charles (54) ist in der britischen Presse unter Beschuss geraten, weil er neuerdings deutsche Autos fährt. So druckte der "Sunday Mirror" in riesigen Buchstaben das Wortspiel "Herr Heir" (Herr Thronfolger") auf der Titelseite. Demnach hat Charles "heimlich eine Flotte deutscher Audis gekauft". Die Boulevardpresse verübelt ihm dies besonders, weil er gerade erst dazu aufgerufen hatte, nur britische Agrarprodukte zu kaufen.

Wenn Charles selbst aber deutsche statt britische Autos fahre, sei das heuchlerisch, sagte der Labour-Abgeordnete Tom Watson. Der Labour-Politiker Paul Flynn kritisierte, Charles setze sich zwar seit langem für subventionierte "Bauern-Millionäre" ein, die britischen Industrie-Arbeiter aber seien ihm egal. Ein Audi-Sprecher bestätigte der britischen Nachrichtenagentur PA, der Leasing-Vertrag für vier Wagen sei etwa 160 000 Euro wert: "Es ist eine Ehre, dass wir ausgewählt worden sind, um in dieser Weise Wagen zur Verfügung zu stellen", sagte er.

Charles machte am Sonntag noch andere Negativ-Schlagzeilen: Nach der Titelgeschichte der "Mail on Sunday" ist ein für Februar oder März geplanter Besuch des Thronfolgers in Washington abgesagt worden, weil er dort nicht willkommen ist. US-Präsident George W. Bush befürchtet demnach, dass sich Charles öffentlich gegen einen Irak-Krieg aussprechen könnte oder ihm zumindest seine Bedenken vortragen würde. Zwar hat sich Charles in der Öffentlichkeit noch nie zum Thema Irak geäußert, im privaten Kreis soll er aber gesagt haben, ein Krieg könne zu einer tiefen und dauerhaften Entfremdung zwischen dem Westen und der islamischen Welt führen.

Zu allem Überfluss hat sich Charles nach Informationen des "Sunday Express" auch noch über ein Verbot seiner Mutter hinweggesetzt: Am Samstag habe er an einer Fuchsjagd teilgenommen. Königin Elizabeth II. (76) hatte Charles nach Zeitungsberichten gedrängt, diesen "Blutsport" aufzugeben. Sie befürchtet demzufolge einen Ansehensverlust für die Monarchie. Nach einer am Sonntag im "Observer" veröffentlichten Umfrage sehen die Briten ihr Königshaus zur Zeit deutlich kritischer als noch zu Beginn dieses Jahres.

(RPO Archiv)
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