Düsseldorf: Pilzvergiftungen nehmen zu

Düsseldorf: Pilzvergiftungen nehmen zu

Durch den nassen Sommer begann die Pilzsaison in Teilen Deutschlands sehr früh. In NRW läuft sie für manche Arten jetzt erst an. Hobbysammler sollten vorsichtig sein. Denn je mehr Pilze, desto größer ist die Gefahr von Vergiftungen.

In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Vergiftungen durch Pilze gestiegen. Das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ) berichtete jüngst von einer bis zu doppelt so hohen Zahl an Vergiftungen als im vergangenen Jahr. Auch das für NRW zuständige GIZ in Bonn meldet mehr Fälle. Allein zwischen 2007 und 2012 ist die Zahl der Vergiftungen von 229 auf 311 gestiegen, schreibt das GIZ in ihrem Jahresbericht. "Die Tendenz ist steigend", bestätigt auch Peter Karasch von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (Pilzkunde).

Die Pilzsaison begann wegen des nassen Sommers in manchen Teilen Deutschlands bereits im Juni. In Nordrhein-Westfalen war der Start dagegen schleppend. In der ganzen Region sehe das Ergebnis noch dünn aus, sagt der Pilzsachverständige Hans Bender aus Mönchengladbach. Vor der Gefahr, versehentlich Giftpilze aufzusammeln, warnte der Experte indes doch. Denn viele essbare Arten haben giftige Doppelgänger. Vor allem der Knollenblätterpilz gilt wegen seiner starken Ähnlichkeit zum Champignon als Gefahrenquelle.

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Hobbysammler sollten sich deshalb den Rat eines Fachmannes einholen. Zum einen wegen der Giftigkeit, zum anderen, weil manche Pilzarten zwar essbar seien, "aber trotzdem ungenießbar", sagt Bender. Pilze dürfen in Deutschland nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden.

(RP)
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