München: Nur ein Kindersitz ist "sehr gut"

München : Nur ein Kindersitz ist "sehr gut"

Wegen mangelnder Sicherheit und zu vielen Schadstoffen sind fünf Kindersitze bei einem Test der Stiftung Warentest und des ADAC durchgefallen. Die beanstandeten Produkte erhielten jeweils die Note 5,5. Von den 28 getesteten Kindersitzen bekam lediglich ein Model die Note "sehr gut", mit dem Prädikat "gut" wurden 15 Modelle ausgezeichnet. Der Test für Kindersitze für verschiedene Altersklassen wurde zum zwölften Mal durchgeführt.

Der Bewertung der Sitze liegen unterschiedliche Kategorien zugrunde. Neben der Sicherheit seien die Sitze auf ihre Bedienung, den Sitzkomfort, ihre Schadstoffbelastung mit sogenannten Weichmachern sowie auf die Verarbeitung und Waschbarkeit geprüft worden, sagte ADAC-Sicherheitsexperte Alexandro Melus. Die Ergebnisse der Kategorie Sicherheit, in der die Stabilität der Sitze unter anderem bei einem Frontal- und einem Seitenaufprall getestet worden waren, flossen zur Hälfte in die Gesamtbewertung ein. Bei den Sicherheitstests sei ein höherer Maßstab als in der EU üblich angelegt worden.

Als Testsieger glänzen konnte der "Römer Baby-Safe Plus II SHR" mit Isofix-Basis. Er schnitt in allen Kategorien "sehr gut" ab und erhielt die Gesamtnote 1,4. Allerdings ist er mit einem Preis ab 320 Euro das teuerste Exemplar seiner Gewichtsklasse 0 bis 13 Kilogramm. Eine deutlich billigere Alternative ist der 115 Euro teure, mit der Note 1,9 immer noch "gute" "Cybex Aton".

Kein "gut" gab es in der Kategorie 0 bis 18 Kilogramm. Dort erreichten die Sitze maximal eine 2,6. Auch im Bereich 9 bis 18 Kilogramm waren die Sitze laut Test nicht überzeugend. Nur der "HTS Besafe iZi Comfort X3 Isofix" erreichte die Note "gut", wenn auch mit 2,5 nur gerade noch. Zudem schlägt er mit 400 Euro zu Buche. Teuer, aber "mangelhaft" waren in dieser Kategorie der Erhebung zufolge die Varianten des "Casualplay Fix QR" mit und ohne Stützfuß. Der Test bescheinigte ihnen mangelnde Sicherheit.

In der weiter gefassten Kategorie 9 bis 36 Kilogramm bekamen der "Kiddy Guardian Pro 2" und der "Cybex Pallas 2-fix" mit 1,8 und 1,9 bessere Noten und sind mit 270 beziehungsweise 265 Euro billiger. Auch hier gab es ein "mangelhaft" – für den "Phil & Teds Tott-XT", der nur 140 Euro kostet, aber bei Sicherheit und Schadstoffen in den Augen der Tester versagte.

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Als günstig und meist "gut" erwiesen sich die Sitze der Kategorie 15 bis 36 Kilogramm. Acht von elf erhielten dort diese Note. Knapp vorn lag der "Cybex Solution X2-fix" mit der Note 1,7. Auch hier gab es mit dem "Brevi Oki b.fix" und dem "Graco Junior Maxi" "mangelhafte" Produkte.

Der Leiter des Fachbereichs Verkehr des ADAC Hessen-Thüringen, Jürgen Baer, sagte, Eltern hätten meistens eine falsche Vorstellung davon, wo ihrem Nachwuchs im Straßenverkehr Gefahr drohe. Mehr als die Hälfte der im Straßenverkehr verunglückten Kinder bis sechs Jahre habe in einem Auto gesessen. Umso wichtiger sei deshalb die Wahl eines passenden und sicheren Kindersitzes.

(RP)
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