NSU-Prozess: Erneut verzögert ein Befangenheitsantrag die Plädoyers

NSU-Prozess: Erneut verzögert ein Befangenheitsantrag die Plädoyers

Wieder werden im NSU-Prozess die Plädoyers der Zschäpe-Verteidiger verschoben. Schuld ist ein weiterer Befangenheitsantrag von Ralf Wohlleben.

Wohlleben, der mutmaßliche Lieferant der "Ceska"-Mordwaffe an den NSU, lehnte zu Beginn der Verhandlung am Mittwoch sämtliche Richter des Münchner Staatsschutzsenats am Oberlandesgericht ab. Weiterverhandelt werden soll in der kommenden Woche. Die Plädoyers der Verteidiger von Beate Zschäpe hatten eigentlich bereits am Dienstag gehalten werden sollen.

Das Gericht hatte zuvor mehrere Anträge Wohllebens abgelehnt, einen neuen Zeugen zu vernehmen. Nach Überzeugung seiner Anwälte soll dieser Zeuge die "Ceska" an das abgetauchte NSU-Trio ausgeliefert haben und nicht Wohlleben.

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Die Verteidiger berufen sich auf einen Neonazi aus Baden-Württemberg. Der hatte vor dem Stuttgarter NSU-Untersuchungsausschuss gesagt, er habe drei Waffen an den Mann weitergegeben, den die Wohlleben-Verteidiger als Zeugen hören wollen.

Mit der "Ceska"-Pistole haben Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt neun ihrer zehn Morde verübt. Die Opfer waren in diesen Fällen türkisch- oder griechischstämmige Gewerbetreibende. Zschäpe ist als Mittäterin des "Nationalsozialistischen Untergrunds" angeklagt. Für sie hat die Bundesanwaltschaft lebenslange Haft gefordert, für Wohlleben zwölf Jahre.

(oko)