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Umweltauflagen in den Niederlanden​: Bauern protestieren landesweit

Landesweiter Protest in den Niederlanden : Hunderte Landwirte blockieren Großlager von Supermärkten

Die niederländische Regierung ordnet eine drastische Reduzierung von Schadstoffen an. Für viele Bauern bedeutet das den Bankrott. Mit Treckern und Heuballen setzen sie sich zur Wehr und protestieren vor Großlagern von Supermärkten. Das führt zu Versorgungsengpässen.

In den vergangenen Wochen hatten Bauern mehrfach auch gewalttätig gegen die Auflagen zur Reduzierung des Stickstoff-Ausstoßes protestiert, nun haben die niederländischen Bauern ihre Protestaktionen gegen die geplanten Umweltauflagen auch auf Supermärkte ausgedehnt. Mit Treckern und Heuballen blockierten hunderte Landwirte am Montag, den 4. Juli 2022 die Zufahrten zu Großlagern der Supermärkte. Mehr als 20 Distributionszentren der großen Supermarktketten waren betroffen, darunter die Marktführer Albert Heijn und Jumbo, aber auch Coop, Plus, Aldi und Lidl bekamen die Wut der Bauern zu spüren.

Der Zentrale Verband des Lebensmittelhandels nannte die Blockaden „total unakzeptabel“ und sprach bereits von ersten Versorgungsengpässen. Marc Jansen, der Direktor des Zentralen Lebensmittelverbandes, rief die Behörden zum Eingreifen auf. „Das kann nicht länger so weiter gehen“, sagte er im Radio. „Wir haben nichts mit dem Konflikt von Staat und Bauern zu tun.“ Regionale Medien berichteten bereits von leeren Regalen in einigen Supermärkten. Vor allem frische Produkte wie Brot, Gemüse, Obst und Milch würden knapp.

Auch Urlauber spürten die Folgen des Protests. Denn erstmals hatten auch Fischer aus Solidarität mit den Bauern mit ihren Booten die Häfen blockiert. Über mehrere Stunden konnten die Fähren nicht zu den Inseln fahren, Urlauber mussten sich auf lange Wartezeiten einstellen, warnten die Reedereien. Europas größer Hafen aber, der Hafen von Rotterdam, war nicht von den Protesten betroffen.

Landwirte blockierten auch wie bereits in den vergangenen zwei Wochen mehrfach einige Autobahnen und Zubringer. Vereinzelt kam es zu langen Staus gerade an der deutschen Grenze etwa bei Enschede, Venlo und Eindhoven. Doch die Probleme auf den Straßen hielten sich nach Angaben der Verkehrsbehörden in Grenzen.

Die Bauern hatten aufgerufen, „das gesamte Land lahm zu legen“. Doch die angekündigten Blockaden der Flughäfen blieben vorerst aus. Die Regierung hatte am Wochenende einen Vermittler in dem Konflikt bestimmt. Doch bisher gibt es keine Aussicht, dass die Aktionen ausgesetzt werden.

Die Emissionen von schädlichen Stickstoff-Verbindungen sind in dem Land seit Jahrzehnten zu hoch. Nun bestimmte die Regierung, dass sie national bis 2030 um rund 50 Prozent reduziert werden müssen, bei Naturgebieten sind es sogar mehr als 70 Prozent. Das wird nach Einschätzung der Regierung zum Aus für etwa 30 Prozent der Vieh-Betriebe führen. Denn vor allem die Viehzucht ist nach der Berechnung der Behörden für das Stickstoffproblem verantwortlich. Das höchste Gericht des Landes hatte 2019 bestimmt, dass die Stickstoff-Normen nicht länger überschritten werden dürfen.

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Die Niederlande haben etwa 53 000 landwirtschaftliche Betriebe und sind weltweit einer der größten Exporteure von Agrar-Produkten. Im vergangenen Jahr betrug das Ausfuhrvolumen rund 105 Milliarden Euro.

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(hf/dpa)