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Niederlande: 42-Jähriger für Tat bei Bauernprotesten verurteilt​

Mann habe „gefährliche Situation geschaffen“ : 42-Jähriger für Tat bei Bauernprotesten in den Niederlanden verurteilt

Für das Abladen von Müll und Stroh bei den Demonstrationen gegen Umweltauflagen in den Niederlanden ist nun ein Mann verurteilt worden. Laut Gericht soll er dadurch einen Verkehrsweg blockiert und eine gefährliche Situation für andere geschaffen haben. So fällt das Urteil aus.

In einem der ersten Verfahren wegen der Bauernproteste in den Niederlanden gegen Umweltpläne der Regierung ist ein Mann am Donnerstag zu 80 Stunden unbezahlter Arbeit und einer Geldstrafe verurteilt worden. Der 42-Jährige wurde für schuldig befunden, im Juli Stroh auf einer Straße abgeladen zu haben. Mittels der Geldstrafe in Höhe von 3600 Euro sollten die Kosten der Reinigung bezahlt werden.

Das Gericht befand, er und etwa 30 andere Demonstranten hätten am 28. Juli einen Verkehrsweg teilweise blockiert, indem sie dort Müll abluden, darunter Mist und Sägemehl. Durch seine Teilnahme an diesen Handlungen habe der Mann eine für Verkehrsteilnehmer gefährliche Situation geschaffen, schrieb das Gericht in einer Mitteilung. Der Angeklagte, der noch vor Ort festgenommen wurde und vier Tage im Gefängnis verbrachte, habe sein Vorgehen bereut, hieß es. „Er hatte die Folgen für andere nicht sorgfältig bedacht und deutete an, dass er eine Strafe dafür verdient“, erklärte das Gericht.

Niederländische Landwirte hatten den Sommer über eine ganze Reihe teils folgenreicher Protestaktionen gestartet, darunter das Abladen von Müll auf Straßen oder die Blockade von Warenlagern von Supermärkten. Die Regierung hatte angekündigt, die Emissionen von Stickoxiden und Ammoniak bis 2030 um 50 Prozent reduzieren zu wollen. Die Bauern sehen durch die geplanten Umweltvorgaben ihre Existenz bedroht.

(boot/dpa)