Nach massiver technischer Störung Bahnverkehr in den Niederlanden „fast wieder normal“

Update | Amsterdam · Am Sonntag war im Nachbarland der Bahnverkehr fast komplett zusammengebrochen. Grund war eine technische Störung; viele Reisende strandeten an den Bahnhöfen. „Fahrplan fast wieder normal“, teilt das staatliche Bahnunternehmen NS nun am Montagmorgen mit.

 Nichts ging mehr: Eine Person geht am 3. April an Fahrkartenautomaten in Den Haag vorbei, die mit Absperrband umwickelt sind.

Nichts ging mehr: Eine Person geht am 3. April an Fahrkartenautomaten in Den Haag vorbei, die mit Absperrband umwickelt sind.

Foto: dpa/RAMON VAN FLYMEN

Der Zugverkehr in den Niederlanden läuft nach einem weitgehenden Zusammenbruch am Wochenende wieder ohne größere Störungen. „Fahrplan fast wieder normal“, hieß es vom staatlichen Bahnunternehmen NS am Montagmorgen um 5.00 Uhr.

Am Sonntag war der Zugverkehr im ganzen Land wegen einer Systemstörung weitgehend zusammengebrochen. Tausende Reisende waren Medienberichten zufolge betroffen, nachdem gegen 10.00 Uhr ein für die Sicherheit des Schienenverkehrs relevantes System ausfiel.

Die Störungen wirkten sich auch auf den Fernverkehr zwischen Deutschland und den Niederlanden aus, wo es am Sonntagnachmittag zu erheblichen Problemen kam. Auf der ICE-Strecke von Frankfurt (Main) nach Utrecht fielen Züge zwischen Utrecht und Mönchengladbach in beiden Fahrtrichtungen aus. Auf der IC-Strecke von Berlin über Hannover nach Amsterdam sei der Zugverkehr zwar nicht unterbrochen gewesen. Es habe aber Verspätungen gegeben.

„Obwohl die Ursache der Störung inzwischen behoben ist, sind deren Folgen sehr groß“, teilte das staatliche Bahnunternehmen NS am Sonntagabend mit. Tausende Reisende waren Medienberichten zufolge betroffen, nachdem seit etwa 12.00 Uhr am 3. April kein Zug der Gesellschaft Nederlandse Spoorwegen (NS) mehr rollte. Taxis waren rasch überall Mangelware, Linienbusse völlig überlastet. Reisende berichteten Reportern, dass sie Flüge verpassten oder Vorhaben für den Rest des Sonntags in den Wind schreiben konnten.

„Für einen zuverlässigen Neustart ist ein Update der Systeme nötig geworden und die Züge müssen an die vorgesehenen Ort gebracht werden“, erklärte NS. „Das braucht seine Zeit.“ Zugleich entschuldigte sich das Bahnunternehmen: „Das ist nicht das, was unsere Reisenden von uns erwarten können und woran sie gewöhnt sind“, erklärte Vorstandsmitglied Tjalling Smit. „Wir werden die Ursache gründlich untersuchen und herausfinden, wie wir verhindern können, dass dies in Zukunft wieder geschieht.“

NS hatte zunächst mitgeteilt, internationale Züge seien von der Störung nicht betroffen. Demgegenüber berichteten niederländische Medien, dass auf den Hauptbahnhöfen von Amsterdam und Utrecht viele Menschen mit ausländischen Reisezielen, darunter auch Deutschland, gestrandet seien.

Nachdem stundenlang unklar war, worin genau das Problem besteht, erklärte ein Bahnsprecher am Sonntag, es sei ein System ausgefallen, das die Einsatzplanung der Züge koordiniert und dabei Vorfälle wie aktuell notwendig werdende Umleitungen berücksichtigt. Ohne dieses System könne die Sicherheit nicht gewährleistet werden. „Und das ist essenziell, damit der Verkehr fahrplanmäßig erfolgen kann.“ Die Züge kleinerer regionaler Bahnunternehmen verkehrten den Angaben zufolge normal.

Ein Schienenersatzverkehr wurde von der niederländischen Bahn nicht eingerichtet. Es sei nicht möglich, derart viele Busse einzusetzen, wie das für die Beförderung der betroffenen Bahnreisenden nötig gewesen wäre, hieß es zur Begründung. „Ich kann mir gut vorstellen, dass Reisende im Moment nicht wissen, woran sie sind“, sagte der Bahnsprecher am Sonntagnachmittag Reportern. „Das ist ein echter Scheißtag.“

(mcv/felt/dpa)
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