Australier erlag Verletzungen: Neuntes Todesopfer in Roskilde

Australier erlag Verletzungen : Neuntes Todesopfer in Roskilde

Roskilde (dpa). Das schwere Unglück beim Rockfestival im dänischen Roskilde hat am Mittwoch das neunte Todesopfer gekostet. Wie die Polizei in der dänischen Stadt westlich von Kopenhagen mitteilte, erlag ein 24-jähriger Australier aus Melbourne den schweren Verletzungen, die er in der Nacht zum Samstag bei einem Konzert der US-Band Pearl Jam erlitten hatte.

Acht weitere junge Männer waren vor der Bühne zuerst hingefallen und dann erstickt, als sie unter die nach vorn drückende Menge fielen und nicht wieder aufstehen konnten. 25 ebenfalls verletzte Festivalbesucher sind inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Unter den Toten waren drei Dänen, drei Schweden, ein Niederländer sowie ein 27 Jahre alter deutscher Polizist aus Hamburg. Der Zustand des seit seiner Einlieferung in das Krankenhaus von Roskilde künstlich beatmeten Australiers war von den Ärzten stets als kritisch eingestuft worden. Er kam in den vier Tagen bis zu seinem Tod nicht wieder zu Bewusstsein. Das jüngste Opfer ein 17 Jahre alter Däne.

Die Polizei teilte nach zahlreichen Verhören mit Augenzeugen mit, dass "ungewöhnlich wildes Verhalten" in Zuschauergruppen unmittelbar vor der Bühne wahrscheinlich ausschlaggebend für den Tod der neun Männer gewesen sei. In Medien gaben Sicherheitskräfte sowie selbst im Gedränge zeitweise stark gefährdete Zuschauer außerdem an, dass zwischen Beginn der akuten Notlage vor der Bühne und dem Abbruch der Musik durch Pearl Jam wahrscheinlich etwa 15 Minuten vergangen seien. Als Grund nannte ein Festival-Mitarbeiter "zu lange Kommandowege".

(RPO Archiv)
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