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Nepal: Alle 22 Toten aus abgestürztem Flugzeug geborgen - unter ihnen zwei Deutsche

Unter ihnen zwei Deutsche : Alle 22 Toten aus abgestürztem Flugzeug in Nepal geborgen

Rund zwei Tage nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs im Himalaya haben Einsatzkräfte das letzte der 22 Todesopfer geborgen. Dies teilte ein nepalesischer Armeesprecher am Dienstagmorgen auf Twitter mit.

Die noch bei der Unglücksstelle auf rund 4000 Metern im Vorgebirge des Himalaya verbleibenden Leichen sollen demnach in die Hauptstadt Kathmandu gebracht werden.

An Bord des abgestürzten Passagierflugzeugs im Himalaya waren auch zwei Deutsche. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es am Montag, dass man mit den nepalesischen Behörden sowie den Angehörigen in engem Austausch stehe und die Angehörigen konsularisch unterstütze. Die Absturzstelle befand sich nach Militärangaben in Sanosware nahe der Gebirgsstadt Jomsom.

Weil Rettungskräfte mit bloßen Händen arbeiteten, verzögerten sich die Bergungsarbeiten. Einige Leichen waren unter Trümmerteilen eingeklemmt. Fotos der Absturzstelle war zu entnehmen, dass Teile des Flugzeugs am Hang einer Schlucht verstreut waren.

Die Flugsicherung hatte am Sonntagmorgen den Kontakt zu der Maschine der nepalesischen Fluggesellschaft Tara Air verloren. Der Flieger war mit 19 Passagieren und 3 Besatzungsmitgliedern auf dem Weg von Pokhara - einem beliebten Touristenziel rund 200 Kilometer westlich von Kathmandu - nach Jomsom gewesen. Die Flugroute Pokhara-Jomsom gilt als eine der unfallträchtigsten Strecken in Nepal. Seit 1997 starben nach Angaben der „Nepali Times“ bei fünf Flugzeugabstürzen auf dieser Strecke mindestens 74 Menschen.

Das Wrack des Flugzeugs wurde von Dorfbewohnern entdeckt, die in der Gegend nach dem Chinesischen Raupenpilz gesucht hatten, der allgemein als Himalaya-Viagra bezeichnet wird, wie lokale Medien berichteten. Die Website Setopati zitierte einen Dorfbewohner, Bishal Magar, mit den Worten, sie hätten am Sonntag von dem vermissten Flugzeug gehört. Die Absturzstelle hätten sie aber erst am Montagmorgen erreicht, nachdem sie dem Geruch von Treibstoff gefolgt seien.

Bei der 43 Jahre alten Unglücksmaschine handelte es sich um eine Twin Otter, ein robustes Flugzeug, das ursprünglich vom kanadischen Flugzeughersteller De Havilland gebaut wurde. Das Modell wird in Nepal seit etwa 50 Jahren eingesetzt und war in dieser Zeit in etwa 20 Unfälle verwickelt, wie die Webseite aviationnepal.com berichtete.

(dni/jma/dpa)