"One size fits all": Ein Video entlarvt Mode-Versprechen als Lüge

Realitäts-Check : Video entlarvt die Mode-Lüge "One size fits all"

Die Modeindustrie feiert derzeit mit einem großen Versprechen Erfolge: "One size fits all". Ein Kleidungsstück, ein Schnitt, der allen passt, ganz egal ob dick, dünn, groß oder klein. Ein Video von Buzzfeed macht sich einen großen Spaß daraus, dies als groben Unfug zu entlarven.

Hintergrund ist eine Entwicklung, die sich vor allem in den USA abspielt. Die Idee, Kleidung in nur einer einzigen Größe anzubieten, hat dort bereits beachtliche Verbreitung gefunden. Aber auch in Europa macht es sich breit.

Paradigmatisch dafür steht das Label "Brandy Melville", das sich vor allem bei Teenies zur angesagten Marke gemausert hat. Seine Popularität verdankt "Brandy Melville" vor allem dem erfolgreichen Marketing über Instagram. 2,1 Millionen Abonnenten schauen sich dort die aktuellen Modefotos an. Der Verkauf erfolgt hauptsächlich über den Onlinehandel.

One Size gilt nur für ein exklusives Publikum

In einem Video unterziehen die Frauen die Kleidung einem Realitätscheck. Foto: Buzzfeed Screenshot 1

Auf klassische Werbung ist das Label nicht angewiesen. Es produziert bevorzugt bauchfreie Shirts, kurze, enge Hosen oder weite Röcke. Fast alles in Einheitsgröße. Gemessen an herkömmlichen Standards sind die Kleider in S geschnitten. Small.

Wer nicht in dieses Körperschema passt, fällt raus. "One size", das gilt eigentlich nur für die Schlanken und Schönen. Wer zu dick ist, entspricht nicht dem Standard, lautet die subversive Botschaft hinter dem Marketingkonzept.

Das Ergebnis spricht für sich. Foto: Buzzfeed Screenshot

Durch die Designs und Schnitte hat sich das Label ein exklusives Publikum geschneidert. Der Ansatz ist gar nicht so ungewöhnlich. Schon "Abercrombie und Fitchhatte sich mit einer körperbetonten Hauspolitik darum bemüht, nur Kunden nach eigenem Schönheitsideal zu bekommen.

Die Kritik an der "One size"-Lüge ist groß. In den USA schwappt sie schon seit Monaten durch die sozialen Netzwerke, etwa in Form von öffentlichen Protestschreiben in den Medien. Einen ganz eigenen und bemerkenswert bissigen Beitrag lieferte Anfang des Jahres das Online-Magazin Buzzfeed, das ursprünglich durch die Verbreitung viraler Inhalte, insbesondere "Cat-Content" Erfolge feierte.

Nichts passt

Inzwischen hat Buzzfeed einen Zugang zu eigenen Inhalten entwickelt. Dazu zählen insbesondere selbst erstellte Videos. In einem davon schlüpfen nun Frauen unterschiedlichster Statur in One-Size-Kleidung.

Das Ergebnis spricht für sich. Bei der einen Frau reicht das Röckchen gerade mal bis zum Oberschenkel, bei der anderen schlabbert das Oberteil konturlos durchs Nichts. Manche Szenen in dem Clip sind geradezu absurd, so weit voneinander entfernt sind Frau und die angeblich allen passende Einheitsgröße.

(pst)
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