Jean Paul Gaultier ohne Hose auf der Bühne

Filmpreisverleihung in Paris : Modeschöpfer Gaultier in Unterhose auf der Bühne

Der französische Modeschöpfer Jean Paul Gaultier gilt als als "enfant terrible" der Szene. Bei der Verleihung des Filmpreises César in Paris bestätigte der 62-Jährige den Ruf, der ihm vorauseilt.

In einer schwarzen Smokingjacke und ohne Beinkleid überreichte er die Trophäe für die besten Kostüme in dem Film "Saint Laurent" von Bertrand Bonello. Statt Hose trug Gaultier Männer-Strumpfhalter. Die 40. Verleihung der französischen Filmpreise fand am Freitag im Pariser Théâtre du Châtelet statt.

Bei der Preisverleihung räumte der Film "Timbuktu" von Regisseur Abderrahmane Sissako ab: Neben dem Hauptpreis heimste der Film am Freitagabend sechs weitere Césars ein, darunter die Trophäe für die beste Regie. Wim Wenders gewann mit seinem Künstlerporträt "Das Salz der Erde" in der Kategorie Dokumentarfilm. Kristen Stewart wurde als erste US-Schauspielerin mit einem César ausgezeichnet.

"Timbuktu" handelt von der Besetzung der malischen Stadt durch Islamisten. Der Film gewann den César für den besten Film des Jahres sowie Trophäen in mehreren Nebenkategorien. Als erster Afrikaner wurde der aus Mauretanien stammende Filmemacher Sissako mit dem Regie-César geehrt. "Timbuktu" geht am Sonntag auch ins Rennen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Als bester Hauptdarsteller setzte sich Pierre Niney durch. Der 25-Jährige wurde für seine Darstellung des französischen Modemachers Yves Saint Laurent in dem gleichnamigen Film von Jalil Lespert ausgezeichnet. Die Auszeichnung für die beste Schauspielerin ging an Adèle Haenel ("Les Combattants").

Bei der 40. Verleihung der "französischen Oscars" durfte auch erstmals eine Schauspielerin aus den USA eine Trophäe mit nach Hause nehmen. Kristen Stewart wurde für ihre Nebenrolle in dem Film "Die Wolken von Sils Maria" geehrt. Die aus der Vampirsaga "Twilight" bekannte 24-Jährige ist in dem Drama an der Seite von Juliette Binoche zu sehen.

Der deutsche Regisseur Wim Wenders gewann mit seinem Künstlerporträt "Das Salz der Erde" über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado den César für den besten Dokumentarfilm. Auch bei den Oscars darf sich Wenders in dieser Kategorie Hoffnungen auf eine Auszeichnung machen. Der Ehren-César ging in diesem Jahr an Hollywood-Star Sean Penn.

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(dpa)
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