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Hinter den Kulissen der Fashion Week: Das wahre Gesicht der Fashion-Models

Hinter den Kulissen der Fashion Week : Das wahre Gesicht der Fashion-Models

Auf dem Laufsteg verkörpern sie eine Marke. Edel, stolz und mit Eleganz schreiten die Models dann bei der New York Fashion Week vor dem Publikum auf und ab. Wie sie wirklich ticken, offenbart sich bei einem Blick hinter die Kulissen. Dort zeigen sich die jungen Damen sehr, sehr menschlich. Sogar wenn Heidi Klum auftaucht.

Die New Yorker Modewoche, auf der noch bis zum Donnerstag mehr als 90 Designer ihre Kollektionen für Frühjahr und Sommer 2014 vorstellen, ist traditionell ein Schaulaufen von US-Designern - Tommy Hilfiger, Ralph Lauren, Diane von Fürstenberg, Calvin Klein und Marc Jacobs beispielsweise - Stars mit eigenen Kollektionen und eben Nachwuchsdesignern. Internationale Top-Labels machen sich dagegen rar.

Doch auch hier gelten die eisernen Regeln der Branche. Auf dem Laufsteg gibt es kein Pardon mehr. Die jungen Frauen sollen sich dort in eine Projektion des Labels verwandeln, für das sie engagiert wurden. Die Bandbreite der Wünsche ist enorm. Je nach Label gilt es kühl und elegant zu wirken oder aber wild und gefährlich.

"Das schönste Mädchen der Welt"

Auf einem Schild, das Heidi Klum bei ihrem Besuch auf der Modewoche in die Welt twitterte, sind die Anweisungen am Rande des Catwalk aufgeschrieben: "Laufrichtung. Halt nicht beim Umdrehen an!!! Selbstbewusst. Stark. Unangestrengt cool. Das schönste Mädchen der Welt", notierte ein Team für seine Mädchen.

Wie es hinter der Fassade aus Schminke und Mode zugeht, zeigt ein Blick hinter die Kulissen. Die Fotografen bekamen in diesem Jahr ausreichend Gelegenheit zu einem Besuch am Schminktisch. Ob das den Mädchen gefällt, die sich gerade auf den Auftritt vorbereiten, ist eine andere Frage.

Backstage tun manche wie blöd

Hektisch geht es dort zu. Mancherorts liegen die Nerven allem Anschein nach blank. In ihren Sitz gepresst werden die Models zum Objekt. Tausend Helfer nesteln an ihr herum, zehn Hände gleichzeitg bearbeiten ihr Äußeres. Dann heißt es Warten, bis der Stzartschuss erfolgt.

Auch hier zeigen die Models unterschiedlichste Charaktereigenschaften. Manche blödeln herum und ziehen witzige Grimassen. Kleine, aufgeregte Mädchen unter sich. Andere wirken völlig entspannt, starren auf das Handy oder in ein Buch.

Die besten Momente hinter den Kulissen der New York Fashion Week zeigen wir in einer Bilderstrecke.

So nervös die Models auch sind - für die Nachwuchsdesigner aus aller Welt ist die New York Fashion Week eine große Chance."Als Schmuckdesigner bekommt man normalerweise nicht die Gelegenheit, in der Modewelt mitzusprechen", sagt Katrin Zimmermann. Vor zehn Jahren ist die Schwarzwälderin nach New York gezogen und zeigt nun erstmals ihre Stücke auf der Fashion Week. Die junge deutsche Designerin Brigitte Sievering präsentierte elegante Abendkleider.

  • Fotos : Hinter den Kulissen der New York Fashion Week
  • Fotos : Fashion Week: Rihanna trägt Strapse
  • Fotos : Übergrößenmode auf der New York Fashion Week

Auch unter Stars mit eigenen Kollektionen ist die New Yorker Modewoche beliebt, denn woanders ist es für sie schwieriger, eine Schau zu bekommen. So zeigte beispielsweise das Ex-Spice Girl Victoria Beckham in New York ihre Mode für Frühjahr und Sommer 2014: Übergroße Jacken, Leder und vor allem ganz viel Weiß strahlten mondäne Eleganz aus. "Neue Proportionen zu erkunden hat es mir erlaubt, meine Silhouetten weiterzuentwickeln und ich habe jungenhafte Elemente mit einem Gespür für Weiblichkeit gemischt", erklärte die Ex-Sängerin und Gattin von Fußball-Star David Beckham.

Aber für die Haute-Couture-Experten ist New York eher das nicht so wirklich ernst genommene Warmlaufen vor den wichtigen Modewochen in Mailand und Paris, die im Anschluss anstehen. New York mache in erster Linie nicht wegen der Mode, sondern wegen der legendären Partys Spaß, heißt es. Und weil die Luxus-Industrie boome, seien die dieses Jahr sogar besonders gut. "Es gibt so viele Events, dass da niemand mehr mitkommt", schreibt die "New York Times".

Es geht zu wie am Fließband

Und die Mode? "Das Problem mit den Schauen in New York ist..." - so fingen während der Fashion Week fast alle Gespräche an, schreibt "New York Times"-Modekritikerin Cathy Horn und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter. Die Mode stehe bei der New Yorker Fashion Week - anders als in Europa - einfach nicht ausreichend im Mittelpunkt, werde nicht ernst genug genommen. Die Veranstaltung mutiere zum von einem deutschen Autobauer gesponserten Party-Werbe-Event.

Die Kritik hängt sich vor allem auch am Veranstaltungsort auf. Das Lincoln Center auf der Upper West Side, wo auch die Metropolitan Oper, Ballett und Konzerthalle beheimatet sind, sieht niemand so richtig als den geeigneten Ort an - zu weit entfernt ist es von dem eigentlichen Mode-Viertel im weiter südlich gelegenen Meatpacking District und zu hineingequetscht wirkt das große Veranstaltungszelt.

Derzeit laufen Gespräche über neue Austragungsorte, die der Modewoche vielleicht schon beim nächsten Mal einen Neustart ermöglichen könnten. Denn im Lincoln Center, so beschwerte sich auch Designerin Vera Wang jüngst, werde das nichts mehr. "Die nächste Schau ist dran und sie schmeißen dich hinaus wie einen Hochzeits-Partyservice."

(dpa)