Die spektakulärsten Entführungen in Deutschland: Millionäre im Visier

Die spektakulärsten Entführungen in Deutschland: Millionäre im Visier

Hamburg (dpa). Immer wieder haben Verbrecher wohlhabende Bürger oder deren Angehörige in ihre Gewalt gebracht, um hohe Lösegelder zu erpressen. Der mit 30 Millionen Mark bislang höchste Betrag wurde im April 1996 für den Hamburger Millionen-Erben Jan Philipp Reemtsma gezahlt, der 33 Tage lang in den Händen seiner Entführer war. Einige der spektakulärsten Fälle

16.01.1991: In Köln werden Peter Fiszman (6) und seine Schulfreundin Lisa Abels (7) von drei Männern entführt. Nach dreitägiger Gefangenschaft werden der Enkel eines Frankfurter Multimillionärs und das Mädchen freigelassen, vermutlich ohne dass das verlangte Lösegeld von über 2,1 Millionen Mark gezahlt wurde. Der Onkel des Jungen, Jakub Fiszman, wird 1996 trotz Zahlung eines Lösegelds ermordet. Beide Verbrechen gehen auf das Konto des im Oktober 1996 festgenommenen Malermeisters Rainer K. und seines Sohnes Sven.

23.12.1987 Die Jugendlichen Lars (16) und Meike (14) Schlecker, Kinder des größten deutschen Drogeriefilialen-Inhabers Anton Schlecker, werden aus ihrem Elternhaus in Ehingen (Schwäbische Alb) verschleppt. Zwei Täter erpressen 9,6 Millionen Mark. Die Jugendlichen können sich selbst befreien. Nach einem Bankraub 1998 in Ehingen (Schwaben) werden die Entführer gefasst. Die insgesamt 14,2 Millionen Mark, die sie bei drei Verbrechen seit 1982 erbeuteten, hatten sie zum größten Teil "verbraucht".

14.12.1976 Richard Oetker (25), Sohn des Konzernchefs Rudolf August Oetker, wird bei München entführt. Zwei Tage danach wird er gegen Zahlung von 21 Millionen Mark freigelassen und schwer verletzt in einem Forst bei München aufgefunden. Als Täter wird erst 1979 der Gebrauchtwagenhändler Dieter Zlof ermittelt. Er hatte 1000- Markscheine aus der Lösegeldsumme in Umlauf gebracht.

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03.11.1976 Der Springreiter Hendrik Snoek (28) wird aus seiner Wohnung in Münster entführt. 65 Stunden später wird der Großkaufmann nach Zahlung eines Lösegeldes von fünf Millionen Mark am 5. November aus einem Kabelschacht einer Autobahnbrücke befreit. Die Täter, ein Lagerarbeiter und ein Anstreicher, werden im Februar 1977 gefasst. Nur ein Teil des Lösegeldes wird wiedergefunden.

13.11.1973: Evelyn Jahn (22), Tochter des Chefs der "Wienerwald"- Restaurantkette Friedrich Jahn, wird aus der Tiefgarage ihrer Wohnung bei München entführt. Sie wird zwei Tage im Appartement eines Augsburger Hotels festgehalten und gegen ein Lösegeld von drei Millionen Mark freigelassen. Die Summe wird bis auf einige tausend Mark sichergestellt.

29.11.1971: Der Essener Multimillionär Theodor Albrecht (49), Mitinhaber der "Aldi"-Supermarktkette, wird in der Nähe von Recklinghausen entführt. Am 16. Dezember wird er gegen sieben Millionen Mark Lösegeld freigelassen. Die Entführer werden kurz darauf verhaftet, nachdem einer von ihnen mit registrierten Scheinen Schulden bezahlt hatte. Die Hälfte des Lösegeldes bleibt verschwunden.

(RPO Archiv)
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