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Fahndung nach Bremer Kaufmannn: Mann verbrannte Leiche in Spezial-Ofen

Fahndung nach Bremer Kaufmannn : Mann verbrannte Leiche in Spezial-Ofen

Bremen (rpo). Ein 29-Jähriger Kaufmann aus Bremen steht im Verdacht, eine 31-jährige Frau ermordet und sie anschließend in einem eigens gebauten Ofen verbrannt zu haben. Nach dem Mann wird gefahndet.

Auf den Hinweis eines Handwerkers hin fand die Polizei Leichenteile in einem Maurerkübel sowie Reste eines Ofens, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde. Unter dringendem Tatverdacht steht ein 29-Jähriger Kaufmann aus Bremen. Dieser hat den Ofen offenkundig eigens anfertigen lassen, um die Leiche in der vergangenen Woche zu beseitigen.

Nach bisherigen Erkenntnissen war der mutmaßliche Täter am vergangenen Donnerstag mit der Frau in sein Ferienhaus in Mecklenburg-Vorpommern gefahren. Wie die Polizei glaubt, hat der 29-Jährige seine Begleiterin dort ermordet. Anschließend soll er die Leiche zerteilt und teilweise verbrannt haben. Das Motiv sei unbekannt, sagte Polizeisprecher Karl-Heinz Franzen. Ebenso ungewiss sei, in welcher Beziehung Opfer und mutmaßlicher Täter zueinander standen. Die Ehefrau des Gesuchten verweigere die Aussage.

Ein Bekannter des Mannes hatte die Ermittler auf die Spur des Verbrechens gebracht. Der Klempner war zur Polizei gegangen, weil ihn das Verhalten des Kaufmanns misstrauisch gemacht hatte. Wie der 35-Jährige der Polizei berichtete, hatte der Kaufmann ihn aufgefordert, einen Brennofen zu fertigen, und den Auftrag als eilig bezeichnet.

Am vergangenen Sonntag war der 29-Jährige wieder bei dem Klempner erschienen. In dessen Auto entdeckte der Handwerker nur noch Teile des neuen, 6.000 Mark teuren Ofens sowie zwei abgedeckte Maurerkübel mit Fleischresten. Dabei handele es sich um Rehfleisch, das auch für den süßlichen Geruch im Auto verantwortlich sei, soll der mutmaßliche Mörder erklärt haben. Die Maurerkübel seien dann in eine leer stehende Wohnung gebracht worden, die dem Mann gehörte, berichtete Franzen. Die Ofenreste seien bei einem Schrotthändler zur Entsorgung gegeben worden.

Seine Erlebnisse ließen dem Klempner keine Ruhe. Nachdem er die Polizei informiert hatte, stellten die Beamten in der Wohnung Reste des zerstückelten Leichnams sicher. Eine DNA-Analyse klärte die Identität der Frau. Über sie sei bislang nur bekannt, dass sie zeitweilig als Prostituierte gearbeitet habe, sagte der Sprecher.

(RPO Archiv)