Manchester: Mehrere Verletzte bei Messerattacke in Silvesternacht

Anti-Terror-Polizei ermittelt : Mehrere Verletzte bei Messerattacke in Manchester

Bei einer Messerattacke am zentralen Bahnhof der englischen Großstadt Manchester sind am Montagabend drei Menschen verletzt worden. Ein Mann wurde festgenommen. Der Hintergrund der Tat ist noch unklar, trotzdem übernahm eine Anti-Terror-Einheit die Ermittlungen.

Ein Mann, eine Frau und ein Polizist wurden bei dem Angriff in unmittelbarer Nähe des Victoria-Bahnhofs verletzt, wie die britische Polizei mitteilte. Der Angreifer soll laut einem Augenzeugen während der Tat "Allah" gerufen haben.

Der Mann und die Frau erlitten nach Polizeiangaben nicht lebensgefährliche Verletzungen. Die Frau wurde im Gesicht und am Bauch verletzt, der Mann erlitt Verletzungen am Bauch. Die beiden Opfer wurden in ein Krankenhaus gebracht. Der Polizist erlitt eine Stichverletzung an der Schulter.

Der Vorfall ereignete sich am Silvesterabend, als zahlreiche Feierlustige in Manchester unterwegs waren. Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben einen Notruf kurz vor 21 Uhr (Ortszeit).

Der Augenzeuge Sam Clack, ein Mitarbeiter des britischen Radiosenders BBC, schilderte seine Eindrücke des Vorfalls. Zunächst habe er einen "Furcht einflößenden Schrei" gehört. Dann habe er gesehen, dass der mutmaßliche Täter auf ihn zulief. "Ich schaute nach unten und sah, dass er ein Küchenmesser mit einem schwarzen Griff und einer gut 30 Zentimeter langen Klinge hatte."

"Es war nur Angst, nackte Angst", sagte Clack. Sicherheitskräfte hätten einen Elektroschocker und Pfefferspray gegen den Angreifer eingesetzt. Dann seien "sechs oder sieben" Polizisten auf den Mann gesprungen.

In einem kurzen Video, das die BBC zeigte, ist zu sehen, wie mehrere Beamte einen Mann am Boden fixieren.

Bei dem Angriff äußerte sich der Täter laut Clack auch zu seinen Motiven. "So lange ihr weiter andere Länder bombardiert, wird diese Art von Mist weiter passieren", sagte der Verdächtige demnach. Er habe zudem vor und während der Tat "Allah" gerufen, meldet unter anderem die Zeitung „Manchester Evening News“.

Der Verdächtige wurde nach Angaben der Sicherheitskräfte festgenommen. Die Polizei sprach von einem "kritischen Vorfall". Nach Angaben des Vize-Polizeipräsidenten von Manchester, Rob Potts, hat die britische Anti-Terror-Polizei den Fall an sich gezogen.

Der Bahnhof wurde nach dem Vorfall zunächst gesperrt. Die Polizei betonte aber, es gebe keine Hinweise auf eine weitere Gefährdung. Die zentrale Silvesterparty in Manchester wurde trotz des Angriffs fortgesetzt. Allerdings wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Im Mai 2017 war Manchester Ziel eines Bombenanschlags. Ein britischer Selbstmordattentäter mit libyschen Wurzeln sprengte sich nach einem Popkonzert der US-Sängerin Ariana Grande in die Luft. Er riss 22 Menschen mit in den Tod, darunter sieben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Das jüngste Opfer war acht Jahre alt.

(rls/dpa/AFP)