Madonna rockt den Super Bowl

Madonna rockt den Super Bowl

Mit dem für sie üblichen Aufwand sorgte Madonna für eine gigantische Halbzeit-Show beim Finale der amerikanischen National Football League (NFL): Mit einer Armee römischer Gladiatoren ließ sie sich als Kaiserin am Sonntagabend (Ortszeit) standesgemäß ins Stadion ziehen. Nach mehreren Kostümwechseln und etwa zwölf Minuten verließ sie in einer weißen Rauchwolke durch eine Falltür wieder die Bühne. Für einen Skandal und dementsprechend viel Gesprächsstoff sorgte allerdings eine andere: M.I.A, die gemeinsam mit Madonna deren neue Single "Give Me All Your Luvin" sang. Die englische Rapperin streckte am Ende ihres Auftrittes für Sekundenbruchteile ihren Mittelfinger in die Kamera und hauchte ein "I Don't Give A Shit" ("Ist mir scheißegal") in ihr Mikrofon, wobei das letzte Wort kaum noch zu hören war. Der US-TV-Sender "NBC" verpixelte kurz nach der Geste noch das Bild.

Die NFL und die NBC schieben sich nun gegenseitig die Verantwortung für diesen "amerikanischen Skandal" zu. Was viele Zuschauer vermutlich gar nicht bemerkt hatten, wurde spätestens mit einer Erklärung des Senders offiziell, der sich für die "unangemessene Geste" entschuldigte, die in den Proben nie vorgekommen sei. "Es war eine obszöne Geste, die wir nicht akzeptieren können. Wir sind sehr enttäuscht und entschuldigen uns bei den Fans", zitieren mehrere US-Medien den NFL-Sprecher Brian McCarthy. Schnell war nach M.I.A.s Geste der Vergleich mit Janet Jacksons "Nipplegate" vor acht Jahren gezogen, als durch einen angeblichen Fehler an ihrem Kostüm kurzzeitig ihre Brust entblößt wurde, und ein Sturm der Entrüstung in den USA folgte.

Die Halbzeitshow des Super Bowl gilt als das meist gesehene Musik-Event des Jahres. Diesmal wurde mit rund 173 Millionen TV-Zuschauern allein in den USA gerechnet. Der 46. Super Bowl hatte auch in Deutschland eine immense Zuschauerzahl. Doch Sat.1 enttäuschte viele der bis zu 1,35 Millionen Football-Fans, die sich die Nacht um die Ohren schlugen. Eine riesige Zahl an Werbeunterbrechungen sorgte für Ärger. Wegen ihnen war sogar ein Touchdown (der einem Tor im Fußball entspricht) nicht live zu sehen. Zudem fiel das Moderatoren-Duo Frank Buschmann und Jan Stecker durch fehlende Football-Kompetenz auf.

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Das Sportliche ist übrigens schneller erzählt: Die New York Giants besiegten die New England Patriots nach einem spannenden Spiel mit 21:17.

(RP/sym)
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