Düsseldorferin wandert in die USA aus: Vom Dschungel in die eigene TV-Kochshow

Düsseldorferin wandert in die USA aus : Vom Dschungel in die eigene TV-Kochshow

Die Düsseldorferin Claudelle Deckert war über zwei Wochen im australischen Dschungel. Am Ende belegte sie in der Sendung "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" Platz drei. Im Interview mit unserer Redaktion spricht sie über Georginas Dauer-Zickereien, das Thema Sex, ihre ganz persönliche Sozialstudie und ihre USA-Pläne.

Was hast Du mit Daniel Küblböck und Willi Herren gemeinsam?

Claudelle Deckert Die Selbstironie?

Nein, viel besser: Platz drei beim Dschungelcamp.

Claudelle Deckert Wow, auf einer Stufe mit denen beiden wollte ich schon immer mal stehen.

Kamelpiepmatz oder Pizza Salami - was gab‘s als erstes zu essen, als Du aus dem Dschungel gekommen bist?

Claudelle Deckert Mein Magen ist in der Zeit auf die Größe einer Erbse zusammengeschrumpft. Essen war mir nicht so wichtig. Ganz simpel: Ich wollte einen Kaffee. Ich bin raus, über diese lange Hängebrücke und hab wie eine Wilde losgebrüllt: "I need a coffee!" Und erst dann hab ich eine Tüte Nüsse aufgemacht.

17 Tage im Dschungel…

Claudelle Deckert …und ich war nicht vorbereitet, als Dr. Bob die Gruppe aufgeteilt hat und wir mit dem Helikopter los sind. Da hätte ich vorher noch gerne gewisse Dinge im Hotel erledigt.

Moderatorin Sonja Zietlow hat über Dich gesagt: "So einen normalen Menschen hatten wir noch nie im Camp" - ein Kompliment oder eher Kritik?

Claudelle Deckert Das ist doch toll. Ich habe mich im Nachhinein sehr gefreut.

Und Moderatoren-Kollege Daniel Hartwich hat erklärt, dass er mehr Zickereien von Dir erwartet hätte.

Claudelle Deckert Ja, da kann er mal sehen. Zicken ist so gar nicht meine Abteilung. Klar, ich rege mich auch mal auf. Aber: Ich bin einfach zufrieden mit mir. Sollen die anderen doch erzählen.

Hartwich sagte auch, dass "du lange Zeit gebraucht hast", um auf Dich aufmerksam zu machen.

Claudelle Deckert Das hängt damit zusammen, dass die anderen mit Lästereien beschäftigt waren. Ich bin anscheinend nicht negativ genug aufgefallen, dass man mich ins Bild setzen wollte. Das haben die anderen mir abgenommen. Die Lästereien habe ich auch gar nicht mitbekommen. Erst bei der Abschlusssendung habe ich das Ausmaß gesehen. Man muss sich vorstellen: Elf Rampensäue auf einem Fleck. Und die buhlen alle um Aufmerksamkeit.

Auch über Deine Camp-Freundin Fiona wurde ausgiebig gelästert.

Claudelle Deckert Sie tat mir total leid, weil sie eh schon so dünn ist. Und dann ging es ihr in der ersten Zeit so schlecht. Um eines klar zu stellen: Sie hat keine Probleme mit Nahrungsaufnahme. Sie hat am meisten darunter gelitten, dass sie weiter abgenommen hat.

Ab wann hast Du vergessen, dass die Kameras Tag und Nacht laufen?

Claudelle Deckert Ich habe immer daran gedacht. Als Druck habe ich die Kameras nicht empfunden. Aufm Klo hab ich schon ein paar Mal gedacht, dass es schöner wäre ohne. Aber: Ich habe oft überlegt, was ich jetzt mache oder sage.

Nur beim Thema Sex warst Du sehr redselig.

Claudelle Deckert Mag sein, dass ich da anecke. Aber das ist mir auch egal. Sex gehört zum Leben dazu, und ohne den würden wir jetzt hier nicht sitzen. Warum soll das ein Tabuthema sein?

Dennoch: Klaus‘ minutenlanger Hoden-Blitzer oder Patricks Porno-Beichte müssen Dich doch geschockt haben?

Claudelle Deckert Patricks Beichte habe ich gar nicht mitbekommen. Erst als Sonja und Daniel das vor einer Prüfung in der Runde angesprochen haben, fiel mir auf, dass er irgendetwas Spannendes erzählt haben muss. Details weiß ich aber immer noch nicht.

Und Klaus‘ Marathon-Freikörper-Einlage?

Claudelle Deckert Ich habe weggeschaut. Und auf meine Frage, warum er sich stundenlang umgezogen hat und seine Unterhose nicht schon bereit gelegt hat, hat er nicht reagiert.

Was hat mehr genervt: Olivias Lästereien, Georginas Zickereien oder das lustige Moderatoren-Duo?

Claudelle Deckert Die Moderatoren waren immer nett zu mir. Georgina hat sich einen Teufel um die Regeln geschert. Sie hat schon oft rumgezickt. Bei den ganzen Zickereien untereinander habe ich mich raus gehalten. Deswegen war ich nie in der Schusslinie. Ich bin rundum zufrieden mit mir und deswegen muss ich nicht auf andere scharf schießen.

Vor der Abreise hast Du gesagt, das Dschungelcamp ist für Dich eine Sozialstudie…

Claudelle Deckert Ich finde dieses Format total spannend. Man muss sich vorstellen: Da wird eine Horde von aufgedrehten Menschen auf engsten Raum gepackt. Wenig Essen und Schlaf und dann mal schauen, was so in der Gruppe passiert. Ich muss aber zugeben, dass es für mich einige Zeit gedauert hat, bis ich mich aufs Dschungelcamp einlassen wollte.

Was meinst Du genau?

Claudelle Deckert Irgendwann war für mich klar: Ich mach da jetzt mit. Ich habe Mut zur Hässlichkeit. Ich schäme mich auch nicht, mal lächerlich zu sein. Das passiert jedem Menschen. Man kennt mich nur aus meiner Rolle aus "Unter Uns", da spiele ich die Zickige. Ich wollte das Gegenteil beweisen.

Also auch eine Sozialstudie über Dich selbst?

Claudelle Deckert Absolut. Die Langeweile. Ich hatte viel Zeit, nachzudenken. Für mich war es wie Camping-Urlaub. Man muss das Ganze mit der richtigen Einstellung angehen. Ich habe in Kauf genommen, dass es wenig Essen gibt. Ohne Salz oder Gewürze. Dass nachts Tiere über meine Nase laufen. Dann diese Geräusche. Jedes Tier hatte seine bestimmte Uhrzeit. Das war eine Kur für mich. Andere zahlen dafür viel Geld.

Du warst nie am Rande des Wahnsinns?

Claudelle Deckert Nein. Was genervt hat, ist, dass Georgina anfangs alle Prüfungen machen durfte. Ich wollte was erleben. Als es dann soweit war, ging es mir super: ausgepowert und glücklich.

Deutschland ist geteilt: Die Dschungelcamp-Hasser auf der einen und die, die es unterhaltsam finden, auf der anderen Seite. Warum ist das so?

Claudelle Deckert Das sind Gladiatoren-Spiele. Du schmeißt einen Haufen von Rampensäuen in den Dschungel. Jeder will sich darstellen. Ängste, Niederschläge, Gruppendynamik. Das ist reißerisch ohne Ende. Aber der Zuschauer will wissen: Wer hält durch, wer gibt auf, wenn er Kamelpenis oder Fischauge essen muss. Das ist schon hart, gleichzeitig aber spannend. Ich glaube auch, dass ganz viele sich nicht trauen würden, weil sie sich hinter ihrer Rolle gerne verstecken.

Der Dschungel als Therapie?

Claudelle Deckert Ich habe es als eine ganz tolle Zeit empfunden. Ich habe mehr über mich kennengelernt, meine Grenzen ausgetestet. Ich war ohne Ablenkung, kein Shoppen, kein Fernsehen. Toll. Irgendwann habe ich mich sogar über eine Schale schleimigen Reis ohne Salz gefreut.

Du wurdest als sexy Claudelle bezeichnet.

Claudelle Deckert Ist doch besser, als wenn man als Gollum rüberkommt.

Welchen Anteil haben Deine Playboy-Bilder am Podiumsplatz?

Claudelle Deckert Ich hoffe, dass sie ein wichtiger Grund waren. Ich bin stolz auf die Fotos.

Auf Deinem Facebook-Account hat ein User ein Foto kommentiert: "Sie ist nicht nur schön, sondern auch intelligent…"

Claudelle Deckert …und dazu noch lustig. Knaller, oder? Wo gibt es das sonst?

Ein Boulevardblatt aus dem Düsseldorfer Süden schrieb vor einiger Zeit: "Die schöne Kölner Schauspielerin"…

Claudelle Deckert Die Düsseldorfer hören es nicht gern, aber ich habe keine Probleme mit Köln. Ich arbeite dort. Die halbe Familie kommt daher. Meine Tante, Cousins und Cousinen — alle aus Sülz.

Warum ist Joey verdientermaßen Dschungelkönig?

Claudelle Deckert Der Junge hat viel erlebt in seinem Leben. Auch viel Schlimmes. Joey aber hat sich durchgekämpft, obwohl er sehr gelitten und seine Freundin vermisst hat. Ich glaube, mit seiner ehrlichen Art hat er sich in die Herzen der Zuschauer gekämpft.

Was kommt für Dich nach dem Dschungelcamp?

Claudelle Deckert Ich habe viele Pläne. Neben "Unter Uns" arbeite ich an einem weiteren Projekt: Ab Juli werde ich in die USA gehen und versuchen, den Amis meine eigene sexy Kochshow zu verkaufen. Natürlich mit "German Food".

Nicolas Berthold stellte die Fragen

Hier geht es zur Bilderstrecke: Claudelle Deckert im Playboy

(nbe)