„Absolut lächerlich“ Uschi Glas findet in dem Wort „Indianer“ nichts Beleidigendes

München · Vor einem Jahr gab es eine Debatte um die „Winnetou“-Filme. Das einstige „Halbblut Apanatschi“ Uschi Glas hat zu der ganzen Aufregung eine klare Meinung.

Schauspielerin Uschi Glas.

Schauspielerin Uschi Glas.

Foto: dpa/Boris Roessler

„Winnetou“-Star Uschi Glas zeigt sich irritiert von der Debatte über Westernklassiker und das Wort „Indianer“. Der Deutschen Presse-Agentur sagte die 79-Jährige: „Ich finde es absolut lächerlich.“ Glas ist am Sonntag (1.10., 20.15 Uhr) in der ZDF-Romanze „Einfach nur Liebe“ zu sehen. Die beliebte Schauspielerin hatte in den „Winnetou“-Filmen der 1960er Jahre einst das „Halbblut Apanatschi“ verkörpert.

„Der Aufhänger ist ja eigentlich der, dass Karl May und dass diese Filme rassistisch gewesen sein sollen“, so Glas zu der Debatte. „Und da muss ich doch entschieden dagegen sprechen: Karl May hat immer dafür gestanden - also das war sein Living und auch sein Träumen -, dass er die Völker verbinden wollte. Sprich: Der Winnetou und der Old Shatterhand, das waren Blutsbrüder. Und die beiden, die waren die Guten.“ Sie verstehe nicht, was daran rassistisch sein solle.

Auch den Wirbel um den Gebrauch des Wortes „Indianer“ könne sie nach wie vor nicht nachvollziehen, sagte Glas. Es sei „irgendwie so aus dem Nichts, aus dem Täschchen gezogen, dass man jetzt sagt: „Ah, das machen wir jetzt auch nicht mehr und das ist politisch not correct. Und dann haben wir schon wieder was, was wir verboten haben. Und da kann man gut weiter dran arbeiten, noch mehr zu verbieten.““

Winnetou (Pierre Brice) ist froh, dass es gelungen ist Apanatschi (Uschi Glas) zu beschützen in einer Szene des Films "Winnetou und das Halbblut Apanatschi".

Winnetou (Pierre Brice) ist froh, dass es gelungen ist Apanatschi (Uschi Glas) zu beschützen in einer Szene des Films "Winnetou und das Halbblut Apanatschi".

Foto: dpa/K.Reiter

Der Publikumsliebling weiter: „Und wenn es eben jetzt so ist: Wie soll man denn jetzt diese Menschengruppe, die immer so hieß, denn nennen? In dem Wort Indianer, da muss mich jemand aufklären, ist für mich nichts Beleidigendes drin. Ich verstehe es einfach nicht.“

Von politisch motivierten Neu-Übersetzungen etwa der Kinderbücher des Briten Roald Dahl hält Uschi Glas gar nichts. „Von mir aus kann man immer dazu sagen: „Das war zu der Zeit so, wir distanzieren uns heute davon, wir sagen so etwas nicht mehr.“ Aber man kann doch jetzt nicht die ganze Literatur umschreiben.“ In der Logik betrachtet dürfe auch Shakespeares „Romeo und Julia“ nicht mehr aufgeführt werden. „Denn wahrscheinlich hatten die zwei vor der Ehe schon was miteinander. Ja, um Gottes Willen, dann darf das natürlich nicht mehr aufgeführt werden.“ Sie könne „überhaupt nicht fassen, was da immer wieder Neues rauskommt, was man wieder nicht mehr sagen darf und was jetzt wirklich nicht korrekt ist“, betonte die Schauspielerin.

Vor einem Jahr hatte es in Deutschland eine Rassismusdebatte um die „Winnetou“-Filme gegeben. Der Ravensburger Verlag hatte damals die Auslieferung des Kinderbuches „Der junge Häuptling Winnetou“ gestoppt. In einem Instagram-Post hatte das Unternehmen dies damals mit dem Feedback von Nutzern begründet, das gezeigt habe, „dass wir mit den Winnetou-Titeln die Gefühle anderer verletzt haben“.

(ldi/dpa)