Star sprach über Kehlkopfkrebs: Sprecher dementiert Douglas-Aussage zu Oralverkehr

Star sprach über Kehlkopfkrebs : Sprecher dementiert Douglas-Aussage zu Oralverkehr

Unklarheit über ein Geständnis von Hollywood-Star Michael Douglas: Der Sprecher des Schauspielers hat dementiert, dass Douglas seine inzwischen überstandene Kehlkopfkrebs-Erkrankung auf Oralsex zurückgeführt hat.

Der britische "Guardian" hatte am Montag ein Interview mit Douglas veröffentlicht, in dem dieser sagte: "Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber diese spezielle Krebsart wird von Humanen Papillom-Viren (HPV) ausgelöst - und die bekommt man vom Cunnilingus."

Rauchen oder Alkohol seien nicht der Auslöser seines Kehlkopfkrebses gewesen, sagte Michael Douglas in dem Interview. "Ich hatte mir Gedanken gemacht, ob der Krebs nicht durch den Stress wegen der Inhaftierung meines Sohnes ausgelöst wurde", sagte Douglas weiter mit Blick auf die Verurteilung seines Sohns Cameron wegen Drogenbesitzes und Drogenhandels zu zehn Jahren Haft. "Aber ja, es ist eine sexuelle übertragbare Krankheit, die den Krebs auslöst."

Augenzwinkernd fügte der 68-Jährige, der derzeit als der extravagante Entertainer Liberace im Film "Behind the Candelabra" zu sehen ist, hinzu: "Und wenn man es hat, ist Cunnilingus auch die beste Medizin dagegen."

Doch Sprecher Allen Burry betonte später, Douglas habe in dem Interview nur über mögliche Ursachen dieser speziellen Krebsart gesprochen, aber nie gesagt, dass Oralsex der Grund für seine eigene Erkrankung gewesen sei.

Douglas musste sich 2010 einer Chemotherapie unterziehen, ist aber seit zwei Jahren ohne neuen Krebsbefund. Die Humanen Papillom-Viren (HPV) können ein tumorartiges Zellwachstum hervorrufen, und manche Typen auch Gebärmutterhalskrebs bei Frauen. HPV kann durch Oralsex auch auf die Mundschleimhaut übertragen werden und dort ein Tumorwachstum auslösen.

Experte: Nicht verunsichern lassen

Der auf sexuelle Gesundheit und das HI-Virus spezialisierte Arzt Michael Brady sagte der Nachrichtenagentur AP, Oralsex habe bei der Krebserkrankung Douglas' zwar womöglich eine Rolle gespielt. Allerdings sei es schwierig, einen einzigen Verursacher zu bestimmen. Er wies darauf hin, dass Douglas auch Raucher war und in der Vergangenheit viel Alkohol trank. Dies seien zwei der häufigsten Ursachen von Halskrebs, erklärte Brady. Es gebe häufig zahlreiche Faktoren, auch genetische, "die eine Rolle spielen könnten". Brady sagte, dass es Hunderte verschiedene Arten von Humanen Papillom-Viren gebe und diese Erreger in den meisten Fällen ungefährlich seien. Menschen sollten sich dadurch nicht verunsichern lassen.

Douglas hatte seine Krebserkrankung 2010 öffentlich gemacht. Laut dem Schauspieler ist der Krebs drei Jahre nach seiner Diagnose dank einer Chemotherapie und Bestrahlungen besiegt. Bei dieser Krebsform komme er bei 95 Prozent der Fälle nicht wieder zurück, sagte der zweifache Oscar-Preisträger.

Verschiedene medizinische Studien weisen auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Oralsex und Rachenkrebs hin. Eine HPV-Infektion ist in 99 Prozent der Fälle Auslöser von Gebärmutterhalskrebs. So schrieb etwa die Pathologin Margaret Stanley von der Universität Cambridge im August 2012 im Fachjournal "Nature", Humane Papillomaviren (HPV) könnten nicht nur Gebärmutterhalskrebs auslösen, sie seien auch die Hauptursache beispielsweise für Mandel- und Zungenkrebs.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Michael Douglas hat den Krebs besiegt

(AP/dpa/afp/felt)
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