Schlagerstar Costa Cordalis ist tot: Abschied vom "Anita"-Sänger

Trauer um beliebten Sänger : Costa Cordalis und der Ohrwurm für die Ewigkeit

Die Musikwelt trauert um Costa Cordalis. Mit dem Ohrwurm „Anita“ gelang ihm 1976 der Durchbruch. Seit Jahren plagten den Sänger gesundheitliche Probleme. Er starb kurz nach seinem 75. Geburtstag auf Mallorca.

Wer bei dem Namen Anita nicht sofort an Costa Cordalis denkt, war in den 70ern entweder noch nicht geboren oder hört geflissentlich weg, wenn Schlager laufen. „Ich fand sie irgendwo, allein in Mexiko, Aniiitaa“, sang der gebürtige Grieche 1976 und hielt sich damit drei Monate in den deutschen Top Ten. Der Ohrwurm katapultierte ihn in die erste Riege der Schlagerstars, machte ihn zum Stammgast in der ZDF-„Hitparade“ und legte den Grundstein für eine lange Karriere.

Vor allem Frauen schwärmten für den Sänger mit der schwarzen Lockenmähne, wie er selbst in seiner Autobiografie schrieb, legten sich bei einer Kreuzfahrt nackt in sein Bett oder standen gleich mit gepackten Koffern vor seinem Haus. Er selbst jedoch hatte sein Liebesglück früh gefunden – fast 50 Jahre war er mit Ehefrau Ingrid verheiratet, mit der er drei Kinder hat. Am Dienstag ist Costa Cordalis im Kreise seiner Familie auf Mallorca gestorben, wie diese am Mittwoch mitteilen ließ. Er wurde 75 Jahre alt.

Noch Ende Februar hatte Cordalis zusammen mit Sohn Lucas (51) – dem Ehemann von TV-Sternchen Daniela Katzenberger (32) – an einem Benefizkonzert zu Ehren des im Herbst verstorbenen „Goodbye Deutschland“-Protagonisten Jens Büchner in Essen teilgenommen. Dabei soll er Berichten zufolge bereits erschöpft und angeschlagen gewirkt haben. „Wir sind alle tieftraurig über den Verlust. Mein Vater war ein wunderbarer Mensch, der sich immer für Andere eingesetzt hat“, teilte Lucas Cordalis mit. „Er wollte die Menschen glücklich machen – und das ist ihm auch gelungen. Er wird uns allen sehr fehlen.“ Berichten zufolge war der Sänger nach einem Schwächeanfall länger in einem mallorquinischen Krankenhaus behandelt worden.

Bereits mit 16 ging Cordalis, damals noch Konstantinos Cordalis, nach Deutschland, lernte die Sprache, studierte ein paar Semester Germanistik und Philosophie und später Musik. Währenddessen nahm der Sohn eines Elektrikers seine ersten Platten auf, „Tränen in den Augen“, eine deutsche Fassung des Elvis-Schmachtsongs „Crying in the Chapel“, danach „Morgen wird alles vorbei sein“ und „Sag warum“. Doch erst „Und die Sonne ist heiß“ brachte ihn 1971 zu seinem Debüt in der ZDF-„Hitparade“, in der er spätestens seit seinem Erfolg mit „Anita“ regelmäßig auftrat.

Cordalis wurde der Lieblingsgrieche der Deutschen, scheute nicht davor zurück, im traditionellen Fustanella, einem Faltenröckchen, auf die Bühne zu gehen, und tourte im Westen wie im Osten. Nach einem Auftritt in der DDR habe ihn sogar Stasi-Chef Erich Mielke umarmt und gesagt, „Costa, das machen wir für den Frieden“, schrieb der Sänger in seiner Autobiografie „Der Himmel muss warten“.

In dem Buch gewährte Cordalis auch Einblicke in sein privates Leben. „In der Boulevardpresse muss ich mich ständig gegen irgendwelche Anfeindungen wehren“, schrieb er. „Mein Aussehen wird als schäbiges Resultat von misslungenen Schönheitsoperationen mit Botox präsentiert“, klagte der Sänger – dabei sei das vielerorts für Schlagzeilen sorgende „Vollmondgesicht“, wie er selbst es nannte, Folge einer langen Cortisonbehandlung wegen einer Rückenerkrankung gewesen. Nur mit Hyaluronsäure sei er gegen Fältchen vorgegangen – „nicht mehr und nicht weniger“.

Positiver fielen seine Erinnerungen an die RTL-Dschungelshow „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ aus. In deren erster Staffel holte er sich 2004 prompt den Sieg und wurde so zum Dauergast auch in anderen TV-Sendungen. Das habe ihm „rund eine halbe Million Euro in die Kasse gespült“, gab „König Costa“ offen zu. „Da soll jeder über das Dschungelcamp denken, was er will. Auf solche Summen verzichtet kein Künstler gerne.“

Neben der Musik gehörte Cordalis’ Leidenschaft dem Sport. So nahm er 1985 für sein Heimatland bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld am Skilanglauf-Wettbewerb über 30 Kilometer teil. Zwar kam er als Letzter ins Ziel, aber in Griechenland wurde er immerhin zwei Mal Landesmeister. Gerne hätte er wohl an den Olympischen Winterspielen in Sarajewo 1984 teilgenommen, doch das griechische Olympia-Komitee nominierte ihn nicht.

Später aber gab es immer häufiger gesundheitliche Probleme: eine Bandscheiben-OP etwa, bevor er 2013 bei einem Auftritt in Chemnitz geschwächt auf der Bühne kollabierte. 2017 stürzte er im Badezimmer seines Hauses auf Mallorca und brach sich den Knöchel. Immer wieder kämpfte sich der Sänger ins Leben und ins Showbiz zurück. Bis heute ist „Anita“ so etwas wie die inoffizielle Hymne der Partyhochburg Mallorca. Cordalis würde der Gedanke wohl gefallen, dass die Menschen an ihn denken, wenn sie die Liebe feiern. (mit dpa)

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