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Verunglückter "Wetten dass..?"-Kandidat: Samuel Koch will nicht, dass Freunde sein Buch lesen

Verunglückter "Wetten dass..?"-Kandidat : Samuel Koch will nicht, dass Freunde sein Buch lesen

Bitte nicht lesen: Das hat der verunglückte "Wetten, dass...?"-Kandidat Samuel Koch den eigenen Freunden für seine Autobiografie "Zwei Leben" empfohlen. Er möchte mit ihnen eine normale und persönliche Beziehung erhalten, die nicht durch das Buch und seine öffentlichen Auftritte geprägt ist.

Das erzählte Koch, der seit dem Unfall im Rollstuhl sitzt, am Sonntag in Unna beim Kindergottesdiensttag der evangelischen Kirche von Westfalen. Das Buch war im April erschienen und an die Spitze der deutschen Sachbuch-Charts geklettert.

Eine ambulante Rehabilitation und eine neue Kirchengemeinde zu finden, das sind die nächsten Ziele von Samuel Koch. Er ist nach Hannover zurückgekehrt, um sein Studium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien fortzusetzen. "Ich weiß nicht genau, wo mein Weg mich hinführt - da bin ich relativ offen", sagt Koch. Seit seinem Unfall im Dezember 2010 ist der 24-Jährige gelähmt. In der Sendung wollte er mit Sprungfedern an den Füßen einen Salto über fahrende Autos schlagen. "Es hat mich hingehauen, das ist schade und traurig, aber so etwas passiert", kommentiert Koch den Moment, der sein Leben veränderte.

Als gläubiger Christ war Koch vor seinem Unfall als ehrenamtlicher Kindergottesdienst-Mitarbeiter tätig. Dort sei er oft für die Bewegung zuständig gewesen, nun müsse er selbst täglich vier Stunden investieren, um sich wieder bewegen zu können. Sichtbar rühren kann Koch inzwischen seine Schultern und Unterarme. Trotz seiner Krankheit findet der Student: "Für mich ist es ein schöner Tag, wenn ich mit einem Grinsen einschlafen kann."

Eine harte Zeit für Samuel Koch war das Jahr in einer Schweizer Spezialklinik: "Ich bewundere alle Mitpatienten, die keinen Halt im Glauben hatten. Denn es ist mir ein Rätsel, wie ich es dort sonst verkraftet hätte." Beim Kindergottesdiensttag mit 1200 Teilnehmern sprach er zum Thema biblische Heilungsgeschichten und berichtete über seine Erfahrungen im Kindergottesdienst. Alte Lieder und Geschichten seien ihm in der Klinik wieder in Kopf gekommen - obwohl er weder ein leidenschaftlicher noch begnadeter Sänger war.

(lnw)