Oliver Pocher trifft nach Twitter-Streit auf AfD-Politiker

Oliver Pocher diskutiert mit AfD-Politiker : „Manchmal muss man als Prominenter auch entgegensteuern“

Nachdem sich Oliver Pocher auf Twitter mit AfD-Chefin Alice Weidel eine hitzige Debatte geliefert hatte, kam es bei der Sendung „Guten Morgen Deutschland“ nun zum offenen Schlagabtausch mit einem AfD-Politiker.

Comedian Oliver Pocher hat vor wenigen Tagen auf einen Tweet der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel reagiert. „Laut Polizei #Frankfurt hat ein 40-jähriger Afrikaner den 8-jährigen und seine Mutter auf die Gleise gestoßen. An Entsetzlichkeit ist diese Tat kaum mehr zu überbieten - was muss noch passieren? Schützt endlich die Bürger unseres Landes - statt der grenzenlosen Willkommenskultur!“, schrieb Weidel.

„Die Herkunft des Täters mit dieser Straftat in Verbindung zu bringen, um hier rechtspopulistische Weisheiten zu verbreiten ist einfach nur dumm und ekelhaft“, konterte Pocher. Andere AfD-Politiker reagierten, es folgte eine tagelange Twitter-Diskussion.

Nun wurde die Konfrontation im Internet zu einer persönlichen: In der RTL-Sendung „Guten Morgen Deutschland“ traf Oliver Pocher auf den nordrhein-westfälischen AfD-Abgeordneten Martin Vincentz.

Pocher erklärte zu Beginn, warum er sich in die Debatte einmischt. „Manchmal muss man als Prominenter auch entgegensteuern. Es gibt bei der AfD eine Entgleisung nach der anderen“, begründete Pocher seine Attacke gegen Alice Weidel.

Er halte Pochers Vorwürfe für wenig „zielführend“, entgegnete Vincentz. Pocher konterte mit dem Verweis auf einen mittlerweile gelöschten Tweet der AfD-Bundestagsabgeordneten Verena Hartmann. Diese hatte mitgeteilt, dass sie den Tag der Geburt von Kanzlerin Merkel „verfluche“.„Das darfst du als Mitglied des Bundestags nicht machen und da würde ich mir von jemandem wie dir wünschen, dass du dich eindeutig distanziert“, so Pocher. Vincentz hielt hier entgegen, dass Twitter schließlich ein sehr schnelles Medium sei.

„Ihr fischt ja am rechten Rand“, warf Pocher dem AfD-Politker dann vor. „Ihr wollt das ja.“ Als Beispiel nannte er den AfD-Politiker Björn Höcke. „Nachweislich habt ihr immer mit Rechtsradikalität zu tun und da muss man sich deutlicher von positionieren.“

Normalerweise müsse ein Tweet, wie der von Verena Hartmann, parteiintern Konsequenzen haben, fährt Pocher fort. „Das wäre in jeder Partei so. Bei euch läuft das durch. Und das gibt es halt zu oft. Und da muss man auch ab und zu mal sagen, dass da bei euch einiges schief läuft.“

„Da wird viel mit kokettiert, da gibt man mal der AfD einen mit, das gibt viel Gratis-Applaus im Netz“, entgegnet Vincentz. „Kriege ich nicht, habe ich auch nicht nötig“, so Pocher. „Aber die Ausfälle sind bei euch einfach am höchsten. Wenn ich alles von euch kommentieren würde, komme ich aus dem Twittern nicht mehr raus.“

Ob Oliver Pocher einmal selbst in die Politik wollte, fragt Moderator Wolfram Kons. Nein, er sei ja schon eher jemand, der die seichten Sachen bedient, aber in Deutschland gebe es nun mal einen Rechtsruck. Und da müsse man auch mal dagegen argumentieren. „Aber wie gesagt, der Wendler heiratet, Heidi Klum, es sind so viele andere tolle Sachen, über die wir uns auch unterhalten müssen“, schließt der Comedian.

(anst)