"Habe dem Tod ins Auge gesehen": Maradona: "Ich stand in diesem Tunnel"

"Habe dem Tod ins Auge gesehen" : Maradona: "Ich stand in diesem Tunnel"

Buenos Aires/Rimini (rpo). Kurz nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus steht Argentiniens Fußball-Idol Diego Maradona bereits wieder auf dem Golfplatz und vor der Kamera. In einem Interview berichtet er von seinem Beinahe-Tod.

"Ich habe dem Tod ins Auge gesehen", sagte der Weltmeister von 1986, der am 18. April per Rettungswagen in die "Clinica Suiza Argentina" von Buenos Aires eingeliefert worden war und wegen akuter Herzprobleme in Lebensgefahr schwebte.

"Gott nimmt uns zu sich, wann er will. Aber ich danke allen Menschen, die für mich gebeten haben", sagte der 43-Jährige: "Ich kann mich an einen Film erinnern namens 'Der Himmel kann warten'. Ein Sterbender kommt in einen Tunnel. Er diskutiert und protestiert, weil es noch nicht seine Zeit ist. Ich habe auch in diesem Tunnel gestanden. Und dann habe ich die Fans von Boca Junior gesehen, dahinter die von River Plate, von San Lorenzo, Racing, Huracan und Independiente." Maradonas Heimatklub sind die Boca Juniors Buenos Aires, Stadtrivale River Plate ist der Erzfeind.

Maradona schwingt den Golf-Schläger

Nach seiner Entlassung hat Maradona auch schon wieder den Golfschläger geschwungen. Gut setzte sich der 43-Jährige am Samstag trotz kalter Temperaturen in Begleitung seines Arztes Alfredo Cahe auf dem Anwesen eines befreundeten Unternehmers an das Steuer eines kleinen Golf-Autos. Mitte April war Maradona auf demselben Anwesen bei einer Golf-Partie zusammengebrochen. Seit Jahren kämpft er gegen seine Kokainsucht.

Erstmals, seit Maradona am Donnerstag auf eigenes Risiko das Krankenhaus verließ, empfing er am Samstag auch seine beiden Töchter Dalma (17) und Gianina (14) in der Villa nordöstlich von Buenos Aires. Unterdessen wurde Maradonas 76-jähriger Vater wegen der Anspannung der vergangenen Tage mit Stresssymptomen und Bronchialproblemen im Krankenhaus behandelt.

Längerer Aufenthalt in Italien geplant

Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus plant Maradona einen längeren Aufenthalt in Italien. In zwei Wochen wird der 43-Jährige beginnen, in einer Fußballschule in Gatteo Mare unweit von Rimini zu lehren. Die Fußballschule ist im Besitz von Maradonas Freund, dem Ex-Fußballer Salvatore Bagni.

Lehrer der Fußballschule werden neben Maradona der ehemalige Torwart des AC Turin, Luciano Castellini, und der ehemalige Verteidiger des Drittligisten Rimini, Alfiero Agostinelli, sein. An der Schule können sich Jugendliche zwischen acht und 16 Jahre einschreiben.

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