Große Modenschau in Paris: Lagerfeld überrascht mit Eskimo-Look

Große Modenschau in Paris: Lagerfeld überrascht mit Eskimo-Look

Paris (RPO). Jahrhundert-Mode-Genie Karl Lagerfeld hat sich für seine neue Chanel-Winterkollektion mal wieder etwas ganz Besonderes ausgedacht. Ein echter Eisberg auf der Bühne, riesige Fell-Stiefel, Handtaschen wie Eiswürfel und jede Menge Pelz: Der Designer setzt für den kommenden Winter auf den Eskimo-Look.

Das Wichtigste vorneweg: Was Lagerfeld da im Pariser Grand Palais zeigte, läuft unter dem Motto Prêt-à-porter. Will sagen: Frauen sollen diese Kollektion im Winter 2010/2011 tatsächlich auf der Straße tragen. Hofft man zumindest bei Chanel. Wieviele Damen sich dann tatsächlich für den Eskimo-Look entscheiden, bleibt indes abzuwarten.

Denn vor allem für die Stiefel braucht man Mut. Riesig, schwer und dick mit Pelz bezogen — das muss man sich in der Öffentlichkeit erst einmal trauen. Dazu edle Woll-Pullis im Angora-Look und knappe Hotpants, ebenfalls mit Fell besetzt. Ein besonderer Hingucker: Die Handtasche im Eiswürfel-Look.

Lagerfeld hatte die ganze Bühne im Palais in eine Eislandschaft verwandelt. In der Mitte stand ein riesiger Eisberg, der im Scheinwerferlicht kräftig schmolz. Die Models mussten durch riesige Pfützen staksen. Auch einige Männer zeigten Mode. Und sahen in ihren riesigen Fell-Fetzen ein bisschen wie der Yeti aus.

Mit seinem Eskimo-Look dürfte sich der (nach eigenen Angaben) 72-Jährige wieder einige Feinde mehr machen. Schon in der Vergangenheit hatten Tierschützer den Deutschen an den Pranger gestellt, weil er immer noch auf Pelz setzt. Die Tierschützer von Peta verteilten in der Vergangenheit Aufkleber mit dem Konterfrei des Designers. Dazu die eindeutige Aufforderung: "Verpiss dich!"

  • Schauspielerin mag Lagerfeld : Hathaway will nicht für Mode hungern

Der Sohn eines vermögenden Dosenmilch-Fabrikanten hält seine Vorliebe für Tierhäute hingegen für kein Problem. Wer Tierfleisch esse, solle sich nicht beklagen, wenn auch die Pelze verwendet werden, so der gebürtige Hamburger. Und Widerworte lässt der Mann, der eine private Bibliothek mit 300.000 Büchern besitzt, bekanntlich nur ungern gelten.

In der Kunst- und Mode-Szene ist und bleibt Lagerfeld dennoch ein Fixstern. Und auch in seinem Hobby als Fotograf macht er weiterhin rasant Karriere. Lagerfeld macht die Fotos für die nächste Ausgabe des legendären Pirelli-Kalenders.

Die Aufnahmen sollen ebenfalls in Paris entstehen. Die üblichen Strandfotos findet der Meister nämlich langweilig. Ob er seine Models in Pelz-Bikinis schlüpfen lässt, steht übrigens noch nicht fest.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Lagerfeld überrascht mit Eskimo-Look

(AFP/csi)