Comeback vor Live-Publikum Kölner Lanxess-Arena feiert Gaby Köster

Köln · Zum ersten Mal seit ihrem Schlaganfall hatte Gaby Köster einen Auftritt vor großem Live-Publikum. Bei der Weihnachtsshow der Kölschrock-Gruppe Brings spielte sie in der Lanxess-Arena eine Doppelrolle und wurde vom Publikum begeistert empfangen.

Gaby Köster: Bühnen-Comeback in Goch
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Sie kann es noch. Die Massen begeistern. Und ihre durchdringende Stimme mit urkölschem Dialekt so einsetzen, wie vor ihrer Krankheit. Das hat Gaby Köster in der Kölner Lanxess-Arena am Wochenende bewiesen. Freitag und Samstag gehörte sie zum Ensemble der Weihnachtsshow, die die Kölsch-Rocker der Gruppe Brings seit vielen Jahren auf die Beine stellen.

Wurde in diesem Jahr schon Tom Gerhardt in seiner Doppelrolle als Hausmeister und Petrus begeistert empfangen, brachen beim ersten Auftritt von Gaby Köster alle Dämme. Als "Oma Finchen" wurde sie im Rollstuhl auf die Bühne gefahren — seit ihrem Schlaganfall im Januar 2008 ist sie teilweise gelähmt. Kaum hatten die Gäste in der ausverkauften Halle sie erkannt, sprangen alle von ihren Sitzen auf, klatschen mehrere Minuten lang und feierten die Schauspielerin.

Später in der Show kam sie immer wieder als "Frau Gott" auf die Bühne, im weißen Gewand und als Gegenspielerin zu Tom Gerhard, der als Hausmeister Petrus für Ruhe in der Arena sorgen wollte. Dabei hatte er die Rechnung natürlich ohne Brings gemacht, die mit einer Mischung aus echtem Rock und auch ruhigeren Tönen überzeugten. Da fehlte eine rockige Version von "Stille Nacht" ebenso wenig wie der neue Hit "Kölsche Jung" oder natürlich die "Superjeilezick". Brings zur Seite standen dabei schon traditionell Ilja Engel als "Oma" und als musikalischer Gast in diesem Jahr eine weitere kölsche Legende, Purple Schulz.

Doch für die emotionalsten Momente sorgte eben immer wieder Gaby Köster, deren Ex-Mann Thomas Köller übrigens das Drehbuch für die diesjährige Weihnachtsshow geschrieben hatte. Zum Ende des Auftrittes plädierte Gaby Köster leidenschaftlich dafür, den Humor nicht zu verlieren und das Leben nicht allzu ernst zu nehmen. Ihrem flammenden Plädoyer war anzumerken, wie viel eigene Erfahrung sie in diese Worte legte.

Wieder waren die Fans in der Halle nicht auf ihren Sitzen zu halten, wieder mochte der Applaus nicht enden. Sichtlich gerührt, aber wohl auch erleichtert wirkte die vor wenigen Tagen 52 Jahre alt gewordene Gaby Köster beim großen Finale auf der Bühne — bei dem sie dann sogar kurz aus ihrem Rollstuhl aufstand, um den gemeinsamen Applaus für alle Akteure entgegen zu nehmen.

(cbr)