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Kim Dotcom ködert Whistleblower mit fünf Millionen Dollar

Megaupload-Gründer sucht Insiderwissen für Justizstreit : Kim Dotcom ködert Whistleblower mit fünf Millionen Dollar

Der als Kim Dotcom bekannte Gründer des Online-Speicherdiensts Megaupload hat eine millionenschwere Belohnung für Informanten ausgelobt, die ihm im Rechtsstreit mit der Justiz nützliches Insiderwissen an die Hand geben.

Der deutsche Internetmogul bot am Montag über Twitter umgerechnet 3,7 Millionen Euro für sachdienliche Hinweise. Das Strafverfahren gegen ihn sei "unfair", er habe weder Akteneinsicht noch seine eigenen Datenträger zurück bekommen, schrieb Kim Schmitz alias Kim Dotcom zur Begründung. "Ich brauche Whistleblower, ich biete fünf Millionen Dollar."

Dem Online-Portal TorrentFreak.com sagte der 40-Jährige, dass alle Informationen willkommen seien, die "illegales oder korruptes Verhalten der US-Regierung, der neuseeländischen Regierung, von Geheimdiensten, Strafverfolgern und Hollywood" belegen würden. Seine Rechtsbeistände seien überzeugt, dass die Preisgabe derartiger Insider-Kenntnisse legal ist. Dotcom versprach zudem, dass jeder Whistleblower "die besten Anwälte zum Nulltarif bekommen wird".

Der schillernde Internetunternehmer war im Januar 2012 bei einer spektakulären Razzia auf seinem Anwesen in Neuseeland festgenommen worden. Gegen ihn läuft in den USA ein Strafverfahren. Die Entscheidung über seine Auslieferung steht noch aus, für den 7. Juli ist in Auckland eine Anhörung angesetzt. In den Vereinigten Staaten drohen Dotcom bei einer Verurteilung wegen Unterschlagung, Geldwäsche und umfangreicher Urheberrechtsverletzungen bis zu 20 Jahre Haft. Sowohl die US-Musikindustrie als auch die großen Hollywood-Studios haben Schadenersatzklagen eingereicht. Megaupload bot seinen Nutzern an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist an sich nicht illegal, allerdings wurde die Plattform vor allem dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten. Die US-Behörden schlossen die Plattform deshalb im Januar 2012.

(DEU)