Prinzessin Kiko bringt männlichen Thronfolger zur Welt: Japan jubelt: Es ist ein Junge!

Prinzessin Kiko bringt männlichen Thronfolger zur Welt : Japan jubelt: Es ist ein Junge!

Tokio (rpo). Nun braucht das japanische Thronfolgegesetz doch nicht geändert werden: Am Mittwochmorgen hat Prinzessin Kiko per Kaiserschnitt einen Sohn zur Welt gebracht - den ersten männlichen Thronfolger seit mehr als 40 Jahren. Der Name des vielleicht zukünftigen japanischen Kaisers wurde noch nicht bekanntgegeben.

Nach mehr als 40 Jahren hat Japan den lang ersehnten männlichen Thronfolger. Prinzessin Kiko brachte am Mittwoch in einer Privatklinik in Tokio einen Sohn zur Welt, wie der Palast am Morgen mitteilte. Das Kind sei um 8.27 Uhr Ortszeit geboren worden. Laut Medienberichten wog es 2,6 Kilogramm. Der Sohn ist das dritte Kind der 39-jährigen Frau von Prinz Akishino und Nummer drei in der Thronfolge nach seinem 46-jährigen Onkel, Kronprinz Naruhito, und seinem 40-jährigen Vater.

Alle japanischen Fernsehprogramme unterbrachen wegen der Nachricht von der Geburt ihre Programme und zeigten Sondersendungen. Der Kaiserschnitt bei Prinzessin Kiko, die in einer Woche 40 Jahre alt wird, war für Mittwoch angekündigt gewesen. Es war das erste Mal, dass in der engeren Familie des Kaiserhauses ein Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht wurde. Auch wurde bisher nicht außerhalb des Palastes entbunden. Die öffentlichkeitsscheue Prinzessin hat bereits zwei Töchter im Alter von elf und 14 Jahren.

Zum Auftakt einer ganzen Serie von Ritualen sollte das Kind später ein Schwert von seinem Großvater Akihito geschenkt bekommen. Der Kleine, dessen Name zunächst nicht bekannt wurde, ist das vierte Enkelkind des Kaisers.

Das japanische Kaiserhaus hatte seit 1965, der Geburt Akishinos, auf einen männlichen Thronfolger gewartet. Gemäß der japanischen Verfassung kann nur ein Mann Kaiser werden. Der scheidende Regierungschef Junichiro Koizumi hatte zwar eine Reform zugunsten einer weiblichen Nachfolgeregelung angeregt. Unter dem Druck des konservativen Flügels seiner Partei LDP legte er das Projekt nach Bekanntwerden von Kikos Schwangerschaft aber auf Eis.

Die Geburt des männlichen Thronfolgers könnte auch den Stress für Prinzessin Masako lindern. Die 42-Jährige leidet an einer schweren Depression. Sie halte den schweren psychischen Druck, keinen männlichen Thronfolger geboren zu haben, nicht aus, sagen manche Japaner. Die ehemalige Karrierefrau und ihr Ehemann, Kronprinz Naruhito, haben ein Kind, die vierjährige Prinzessin Aiko. Das Paar ist seit 13 Jahren verheiratet.

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(afp2)
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