Flashmob: Frauen protestieren vor Gericht gegen Weinstein

Prozess gegen Harvey Weinstein : Frauen protestierten vor Gericht mit Flashmob

Vor dem Gericht, in dem der Fall um Harvey Weinstein verhandelt wird, protestierten zahlreiche Frauen mit einem Flashmob. Der ehemalige Hollywood-Produzent ist wegen sexueller Übergriffe verschiedener Art angeklagt.

Mit einem Flashmob haben zahlreiche schwarz gekleidete Frauen vor dem Gericht in New York protestiert, wo der Prozess gegen den früheren Hollywood-Mogul Harvey Weinstein läuft. „Es ist nicht meine Schuld, nicht wo ich war, nicht wie ich mich anziehe“, sangen die Frauen am Freitag auf Englisch und Spanisch. „Der Vergewaltiger bist du.“ Der Gesang war bis in das Gebäude hinein zu hören, wo Weinstein gerade dem vierten Tag der Jury-Auswahl in dem Prozess beiwohnte. Ähnliche Flashmobs hatte es auch während der jüngsten Proteste in Chile gegeben.

In dem Prozess geht es um die Vorwürfe von zwei Frauen – Weinstein soll eine von ihnen 2006 zum Oral-Sex gezwungen haben, die andere soll er 2013 vergewaltigt haben. Der Prozess könnte insgesamt bis zu zwei Monate dauern. Bei einer Verurteilung droht dem 67-Jährigen eine lebenslange Haftstrafe. In Kalifornien ist ein weiterer Strafprozess angekündigt.

Insgesamt haben mehr als 80 Frauen, darunter bekannte Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Uma Thurman und Salma Hayek, Weinstein in den vergangenen Jahren sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Einige von ihnen könnten als Zeugen in dem Prozess gehört werden.

Die Anschuldigungen gegen Weinstein, im Herbst 2017 von der „New York Times“ und dem Magazin „New Yorker“ veröffentlicht und später mit dem Pulitzer-Preis gekrönt, haben die MeToo-Bewegung ausgelöst. Überall auf der Welt erkannten Frauen und auch einige Männer ihre eigenen Geschichten in denen der Weinstein-Opfer wieder und begannen, sie unter dem Schlagwort „Me too“ („Ich auch“) zu sammeln.

(c-st/dpa)