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Dieter Nuhr zu Shitstorm: "Gezielt versucht, meine künstlerische Existenz zu vernichten"

Dieter Nuhr zu Shitstorm : „Da wird gezielt versucht, meine künstlerische Existenz zu vernichten“

Nicht zum ersten Mal sieht sich der Kabarettist Dieter Nuhr einem Shitstorm ausgesetzt. Aber er will sich auch in Zukunft gegen Kritiker in den Sozialen Netzwerken öffentlich zur Wehr setzen.

„Da wird ja gezielt versucht, durch Diffamierung meine künstlerische Existenz zu vernichten. Das kann ich nicht einfach hinnehmen", sagte Nuhr im Interview des Magazins Focus (Freitag). "In den Sozialen Netzwerken meint heute jeder, dass er entscheiden dürfe, wer noch mitreden darf - und wer nicht. Das ist völlig inakzeptabel!"

Hier werde nicht mehr argumentiert, sondern etikettiert, Argumente würden fast vollständig durch Diffamierungen ersetzt, sagte Nuhr. "In der Anonymität verhalten sich Menschen grundsätzlich inhuman. Dort hat sich erst der Umgangston verschärft - und in der Folge radikalisieren sich die Ansichten", so der vielfach mit Comedy-Preisen ausgezeichnete Moderator.

Offenbar gebe er für Radikale eine gute Projektionsfläche ab, sagte Nuhr. So sei er etwa schon als Anti-Europäer, Corona-Leugner, Wissenschaftsfeind und Verschwörungstheoretiker beschimpft worden. "Das alles ist völlig absurd und jeweils das Gegenteil von dem, was ich wirklich bin", so der 60-Jährige. "Meine Aufgabe als Kabarettist sehe ich darin, alles infrage zu stellen, was von Bedeutung ist, und auf den Wahrheitsgehalt hin abzuklopfen. Das mache ich bei rechten Ideologen genauso wie bei linken."

Vergangene Woche hatte es im Internet zum wiederholten Mal einen Shitstorm gegen Nuhr gegeben. Diesmal war ihm nach einer Kabarettnummer über das Buch "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" in seiner ARD-Sendung "Nuhr im Ersten" Rassismus vorgeworfen worden.

(felt/kna)