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Sorgerechtsstreit um Cruise-Tochter Suri: "Diese Geschichte kann Scientology erschüttern"

Sorgerechtsstreit um Cruise-Tochter Suri : "Diese Geschichte kann Scientology erschüttern"

Scientology-Experten sagen Katie Holmes nach ihrer Trennung von Tom Cruise einen schmutzigen Krieg um das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter voraus. Innerhalb der Sekte könne der Schauspieler unter Druck geraten.

Für Tom Cruise ist seine Tochter Suri (6) kein Kind. In ihr, so lehrt es die Psycho-Sekte Scientology, steckt ein "Thetan": ein unsterblicher Außerirdischer, den es möglichst von menschlichen Schwächen zu befreien gilt. "Für Scientologen gibt es keine Kinder, es gibt nur Thetane. Tom Cruise wird Suri nicht kampflos hergeben", so die Hamburger Scientology-Expertin Ursula Caberta, die seit Jahren für ein Scientology-Verbot in Deutschland kämpft, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dass Katie Holmes sich ausgerechnet jetzt von Cruise trennte, der morgen seinen 50. Geburtstag feiert, schreibt ihr Umfeld vor allem der Sorge um Suri zu. Bis zum Alter von sechs Jahren gelten Kinder bei Elite-Organisationen der Scientologen als Babys — danach aber als "Kadetten", denen ihre Kindheit systematisch ausgetrieben wird. Von Sektengründer L. Ron Hubbard ist das Zitat überliefert: "Wenn sie den Unterschied zwischen einer Gruppe tobender Kinder und psychisch gestörten Menschen erklären können, gebe ich ihnen einen Orden."

Cruises Sprecherin Amanda Lundberg bestätigte, dass Katie Holmes die Scheidung eingereicht habe. Cruise sei sehr traurig, er konzentriere sich ganz auf seine drei Kinder. Die Adoptivkinder Isabella (19) und Connor (17) stammen aus der Ehe mit Nicole Kidman. Der sich nun abzeichnende Sorgerechtsstreit arte "mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Schlammschlacht aus. Suri ist sein erstes leibliches Kind", so der Scientology-Aussteiger Wilfried Handl, der für die Sekte als Leitender Direktor in Wien tätig war, gegenüber unserer Zeitung. Gerade bei Prominenten arbeite die Sekte mit absoluter Kontrolle. Die öffentliche Auseinandersetzung um das Ende von Cruises dritter Ehe sei für die Organisation "ein Fiasko".

Laut Caberta und Handl wurde Katie Holmes als dritte Ehefrau für Tom Cruise von Scientology regelrecht "gecastet". Caberta vermutet, dass die Organisation schlicht damit gescheitert sei, Holmes erfolgreichen "Gehirnwäschen" zu unterziehen. Sie brauche nun "viel Geld und gute Anwälte, das wird furchtbar werden". Denn aus Scientology -Sicht mache sich Cruise gerade "höchst strafbar". Auf die Organisation dürfe kein Schatten fallen. Caberta: "Diese Geschichte kann Scientology erschüttern." Sektenführer David Miscavige müsse eigentlich "bald durchdrehen". Miscavige soll Katie Holmes nicht nur als dritte Frau Cruise ausgesucht haben, er fungierte bei der Hochzeit 2006 selbst als Trauzeuge. Das Ehe-Aus von "Tomkat" ist nicht die einzige Hiobs-Botschaft, mit der Miscavige derzeit zu kämpfen hat: Sowohl sein eigener Vater als auch eine Nichte des Sektengründers Hubbard sollen die Organisation jüngst verlassen haben, berichtet das Magazin "Village Voice".

(RP/sap/ac)